… ist natürlich kein neues, sondern immer wiederkehrendes Thema, welches die Menschen in allen Lebenslagen beschäftigt, selbstverständlich auch im Jahr 2026.

Miete

Das Mieten ist bequem – einfach eine passende Wohnung aussuchen, besichtigen, einziehen, einrichten, wohnen und wohlfühlen – so zumindest die verträumte Idealvorstellung. Aber ganz so einfach ist es nun doch nicht.

Es fängt bereits bei der Suche an. Die Nachfrage nach Wohnraum ist ungebremst, die Umsetzung von Neubauprojekten schwach. Die Gründe hierfür sind einschlägig bekannt. Das Angebot an Mietwohnungen ist überschaubar, die Nachfrage ist groß, also der typische Nachfrageüberhang.

Somit resultiert hieraus eine niedrige Quote im Hinblick auf die Wahrscheinlichkeit für einen Zuschlag zur Anmietung.

Dabei werden Aufwand und Bemühungen für Wohnungssuchende immer größer, um einen möglichst positiven Eindruck zu hinterlassen und sich von anderen Bewerbenden hervorzuheben.

Immer häufiger weisen die Bewerbungsunterlagen für Mietwohnungen eine größere Dimension und Präsentationsstärke auf im Vergleich zu Bewerbungen für berufliche Anstellungen, vor allem nicht nur für sehr beliebte, exponierte, sondern für ganz normale, durchschnittliche Mietwohnungen.

Demnach steigt zunehmend die Frustration bei den Suchenden, wenn trotz der Bemühungen kein Erfolg eintritt. Sie sind genervt und kommunizieren diese persönlichen Empfindungen teilweise sehr deutlich, die im Gegenzug bei den Vermietenden trotz grundlegendem, vorhandenem Verständnis dennoch negativ aufgenommen wird.

Es hat zur Folge, dass jeder augenscheinliche negative Reiz zu einer entsprechenden Reaktion bei uns Menschen führen kann, zum Beispiel auch bei der Auswahl der zukünftigen Mietenden für die jeweilige Wohnung.

Diese Wechselwirkung wird nicht jedem Bewerbenden bewusst oder ggf. egal sein, aber führt zur weiteren Anspannung am Mietmarkt, gefolgt von Beschwerden, negativen Bewertungen und vieles mehr.

Steigende Neuvertragsmieten

Die missliche Lage zwischen Angebot und Nachfrage wird durch die stetig steigenden Neuvertragsmieten verschärft.

Aus einigen veröffentlichten Studien gehen Anstiege der Neuvertragsmieten im Vergleich zur vorherigen Bestandsmiete von bis zu 30 % hervor, woraus sich je nach regionalem Mietpreisniveau eine Erhöhung der Nettokaltmiete ohne Betriebs- und Heizkosten von mehreren Euro pro Quadratmeter Mietfläche ergeben kann.

Das bedeutet in Zahlen, dass bei einem Mietpreis von 9,00 €/m² statt der zu erwartenden 9,50–10,00 €/m² sich schnell
12,00 €/m² bei einer Neuvermietung ergeben können.

Je nach Wohnungsgröße müssen dadurch schnell mehrere Hundert Euro als monatlicher Mehraufwand für die zukünftig zu leistende Nettokaltmiete bei einem Umzug kalkuliert werden.

Diese Entwicklung ist in den Großstädten in Deutschland stärker zu spüren als im Vergleich zu den kleineren Städten und ländlicheren Lagen, wie auch im Bundesland Schleswig-Holstein.

Natürlich existieren Regionen, wie beispielsweise im direkten Umfeld der Hansestadt Hamburg, in denen stärkere Ausschläge zu verzeichnen sind, aber dennoch nicht auf dem Niveau des bundesweiten Durchschnitts.

Trotzdem führt dieser Umstand vermehrt dazu, dass weniger Menschen aus ihren Bestandswohnungen ausziehen, sich lieber mit den Gegebenheiten in der gemieteten Wohnung arrangieren, gewisse Defizite hinnehmen und den eigentlich wünschenswerten Umzug in eine neue Wohnung vermeiden.

Aus dieser Handlungsweise entsteht eine geringe Fluktuationsquote auf dem Mietmarkt, die in der Gesamtheit zu einer zusätzlichen Reduzierung der Wohnungsangebote führt.

Kauf

Durch die vorhandenen Verhältnisse auf dem Wohnungsmarkt entsteht die Suche nach möglichen Alternativen.

Mit steigenden Mietkosten lohnt sich wie immer die Gegenüberstellung, und zwar der Erwerb von Eigentum.

Es gibt hierbei unterschiedliche Optionen, beispielsweise eine Eigentumswohnung im urbanen Zentrum der Städte oder eine Immobilie in der Peripherie, also am Stadtrand oder Umland.

Die Wahlmöglichkeiten schaffen sowohl Vorteile als auch Nachteile. Die urbanen Lagen profitieren unter anderem von einer guten Infrastruktur und Versorgung, sind dafür jedoch hochpreisig.

Die peripheren Lagen zeigen Vorteile im Bereich der Freizeit und Naherholung sowie ein besseres Preisniveau, beinhalten aber das Erfordernis der Mobilität inkl. der damit verbundenen Kosten.

Immobilienfinanzierung als wesentliche Hürde

Kaufangebote sind vorhanden, ebenso Kaufinteressierte, aber jeder Erwerb von Eigentum bedarf einer darstellbaren Finanzierung.

Sowohl die Vermittlungsaktivitäten der OTTO STÖBEN GmbH als auch meine Marktbeobachtungen als Sachverständiger zeigen, dass sich die Finanzierung zu einer der wesentlichsten Hürden entwickelt hat.

Die Darstellbarkeit einer Finanzierung hängt von vielen Faktoren ab, um am Ende einen monatlich leistbaren Abtrag des Darlehens zu erreichen.

Allerdings stehen gewisse Sachverhalte in der heutigen Zeit im Vordergrund, in der ersten Linie logischerweise die Finanzierungszinsen in Verbindung mit dem vorhandenen Eigenkapital und dem monatlichen Einkommen.

Aber der Zustand der Immobilie wird immer deutlicher zu einem wesentlichen Gesichtspunkt, vor allem bei alten und evtl. nicht modernisierten Bestandsimmobilien.

Der Hintergrund ist einfach zu erklären.

Mit dem Erwerb einer Immobilie müssen unmittelbare oder zukünftige Investitionen eingeplant werden.

Ein vorhandenes, ausreichendes Eigenkapital ist hilfreich, um diese Investitionen zu sichern, aber kann im Umkehrschluss nicht für die Finanzierung dienlich sein, was die Finanzierung gefährdet, mindestens jedoch schlechtere Zinsen und damit einen höheren monatlichen Abtrag nach sich ziehen.

Sollte ein ausreichendes Eigenkapital in die Finanzierung des Kaufpreises eingebunden werden, verbleibt keine erforderliche Rücklage für die anstehenden Investitionen.

Weiterhin sind die Kosten des Immobilienkaufs in Eigenleistung zu erbringen, die Notarkosten, Gerichtskosten, Grunderwerbssteuer, ggf. Vermittlungsprovision etc., die im fünfstelligen Bereich anzusiedeln sind.

Neben vielen anderen Aspekten stellt allein diese vorgenannte Sachlage die meisten Menschen vor die größte Herausforderung.

Weiterhin ist es nicht verwunderlich, dass es vermehrt junge Menschen und Familien betrifft mit wenig bis keinem Eigenkapital.

Staatliche Förderprogramme können unter Umständen einen Mehrwert schaffen, lösen aber das grundlegende Problem nicht.

Fazit: Kaufen oder mieten?

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Eingangsfrage nicht gänzlich pauschal beantwortet werden kann.

Der Entscheidung steht zu Beginn erst einmal die jeweilige Lebenslage und die damit verbundenen Notwendigkeit und Sinnhaftigkeit gegenüber.

Bei stetig steigenden Mieten inkl. eines grundsätzlichen Bedarfs oder Wunsches ist in regelmäßigen Intervallen eine lohnende Gegenüberstellung zum Kauf zu empfehlen, ebenso eine eigene Zielsetzung festzuhalten und wiederholend zu reflektieren sowie nebenbei ein gewisses Grundkapital anzusparen.

Denn aus der Logik heraus ist die Schaffung von Eigentum aus der wirtschaftlichen Perspektive immer der bessere Weg, weil alle Investitionen ausschließlich für sich selbst getätigt sowie nebenbei eigene Kapitalwerte aufgebaut werden können.

Weitere Infos finden Sie hier: https://www.stoeben.de/news-vom-immobilien-markt/682-kaufen-oder-mieten-2026-marktbericht-fuer-schleswig-holstein