Ministerpräsident Daniel Günther hat in Neumünster die 71. NordBau eröffnet und angekündigt, mit der Bauoffensive im Land die Bauwirtschaft im Norden weiter stärken zu wollen.

Nordeuropas größte Baumesse ist eröffnet – in diesem Jahr fokussiert sich die NordBau auf Zukunftsfragen der Branche wie Wärmewende, Energieeffizienz und Digitalisierung. „Wir brauchen Wohnraum. Wir müssen öffentliche Gebäude sanieren. Straßen und Brücken müssen erneuert werden. Unsere Energieversorgung wandelt sich. Die Anforderungen an Effizienz und Klimaschutz beim Bauen und Sanieren wachsen. Schleswig-Holstein kann sich dabei auf seine Unternehmen mit ihren qualifizierten Beschäftigten verlassen“ sagte Ministerpräsident Daniel Günther zur Eröffnung der Messe in Neumünster.

Mit millionenschweren Investitionen in Straßen und Radwege und der Unterstützung des sozialen Wohnungsbaus macht das Land weiterhin Tempo beim Bauen. „Wir stehen vor einer Bauoffensive. Allein in diesem Jahr wollen Land, Bund und Autobahn GmbH mehr als eine halbe Milliarde Euro in das Straßen- und Radwegenetz Schleswig-Holsteins investieren. Das verringert den Sanierungsstau unserer Infrastruktur und schafft wichtige Aufträge für die Bauwirtschaft„, betonte der Ministerpräsident.

Wohnungsbau im Fokus

Besonders groß sei der Handlungsbedarf nach wie vor beim Wohnungsbau. „Bezahlbarer Wohnraum ist eine Frage des sozialen Friedens in unserer Gesellschaft. Für dieses Jahr haben wir als Land knapp 400 Millionen Euro für die soziale Wohnraumförderung bereitgestellt. Damit fördern wir mehr als 1.800 bezahlbare Wohneinheiten. Insgesamt ermöglichen die ausgewählten Projekte mehr als 4.200 geförderte und frei finanzierte Wohnungen„, sagte Günther.

Neue Möglichkeiten dank Bau-Turbo

In Schleswig-Holstein arbeiten etwa 71.000 Menschen im Baugewerbe. Obwohl sich die Auftragsbücher nach schwierigen Jahren wieder füllen würden, bleibe die Geschäftslage vieler Unternehmen weiter angespannt. Daher habe das Land die Vergaberegeln vereinfacht. Direktaufträge, freihändige Vergaben und beschränkte Ausschreibungen seien jetzt in vielen Fällen möglich.

Auch der Bau-Turbo eröffne neue Möglichkeiten. Wenn die Kommune zustimme, könnten Wohnungsbauvorhaben unter bestimmten Voraussetzungen ohne ein langes Bauleitplanverfahren genehmigt werden. „Diese Instrumente wirken aber nur, wenn wir sie nutzen. Dafür braucht es Mut in den Kommunen und in den Behörden. Und es braucht Projekte, die gut vorbereitet sind„, sagte der Regierungschef. Die Nordbau als wichtiger Austausch zwischen Wissenschaft, Wohnungswirtschaft, Handwerk, Energieversorgern und Politik sei dafür der wichtigste Branchentreff im Norden.

Rundgang über die Messe

Auf dem anschließenden Rundgang informierte Günther sich über aktuelle Entwicklungen der Bauwirtschaft. Rund 600 Aussteller aus 15 Ländern zeigen in den kommenden Tagen, wie sich die Branche entwickelt. Bei der Technischen Hochschule Lübeck stand der 3D-Betondruck im Mittelpunkt – eine innovative Technologie mit Potenzial für effizienteres und ressourcenschonenderes Bauen. An weiteren Stationen ging es unter anderem um Fachkräftesicherung, bezahlbares und nachhaltiges Bauen sowie die Zukunft des Holzbaus.

Quelle: schleswig-holstein.de

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