OTTO STÖBEN Marktbericht II/2021

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OTTO STÖBEN Marktbericht II/2021

Zu Hause ist es immer noch am schönsten!

Dipl.-Kfm. Ralf Colditz,
ö.b.u.v. Sachverständiger für
Immobilienbewertung der IHK zu Kiel
und Leiter der Gutachten-Abteilung

Zweimal im Jahr erstellt die Gutachtenabteilung der OTTO STÖBEN GmbH ihren Marktbericht, in den die tatsächlich erzielten Immobilien- und Vermietungspreise der einzelnen regionalen Bereiche Schleswig-Holsteins und des Hamburger Randgebietes einfließen. Tabellarisch gelistet werden die Werte für Einfamilienhäuser, Eigentumswohnungen und Kapitalanlagen, aufgeführt in den Kategorien „gut“, „mittel“ und „einfach“. Das Diagramm des Immobilienpreis—Index ermöglicht einen Überblick über die Entwicklung der Immobilienpreise der letzten Jahre in Schleswig-Holstein.

Nach über 1,5 Jahren der Pandemie steht der Immobilienmarkt nicht still. Die Preise haben sich in fast allen Bereichen weiter gesteigert. Die Makler der OTTO STÖBEN GmbH konnten selbst für Immobilien, deren Verkauf aufgrund ihres Zustandes vor Jahren noch fast undenkbar gewesen wäre, einen Käufer finden. Möglich machen das nicht nur sehr hohe Preise der Immobilien in begehrter Lage, die dann Käufer mit niedrigerem Budget auf Immobilien in dezentraler Lage und mit einfacher Ausstattung verweisen, sondern auch die beständig niedrigen Hypothekenzinssätze.

„Wenn ich schon zu Hause sein muss, kann ich es mir auch schön machen“, ist quasi derzeit der Leitspruch. Auch das eigene Feriendomizil rückt durch die Pandemie-Unsicherheiten wieder ins Visier der Käufer. Auch hier hat der Lockdown dafür gesorgt, dass Urlaub im eigenen Zuhause für mehr Reisesicherheit gesorgt hat.

Damit ist nicht nur die Nachfrage nach der eigenen Immobilie ungebrochen, sondern auch die Wohneigentümer selbst haben kräftig in die Modernisierung ihrer eigenen vier Wände investiert.

Die fleißigen Handwerker eilen von Baustelle zu Baustelle und können sich mittlerweile sogar den Luxus erlauben, kleinere Aufträge abzulehnen. Auf dem Immobilienmarkt sorgt das dafür, dass kleine Reparaturen nicht erledigt werden können oder extrem teuer werden. Das bekommen auch die Hausverwaltungen zu spüren, die hier Mieter nur vertrösten können, dass der Schaden bald behoben sein wird. Für den Vermieter dürfte das steigende Instandhaltungskosten bedeuten und die Renditeaussichten kurz- bis mittelfristig dämpfen.

Diese nicht unproblematische Situation lässt nun auch den Blick auf die anstehende Bundestagswahl richten. Welche Partei wird sich mit ihrem Wahlprogramm durchsetzen? Viele Immobilienexperten warnen schon jetzt vor der Überregulierung des Immobilienmarktes. Wenn Gesetze und Verordnungen den Immobilienmarkt gestalten sollen, sorgt das für ein Ausschalten der normalen Triebkräfte der Marktwirtschaft.

Für private Vermieter droht nun die Schere auseinanderzugehen: Zum einen sollen sie in Altimmobilien stark investieren und diese bei steigenden Handwerkerkosten (energetisch) modernisieren und zum anderen sorgt der Ruf nach „bezahlbarem Wohnraum“ mit den Instrumenten der Mietendeckelung und Kostenabwälzung auf den Vermieter für schwindende Renditen. Bei diesen Aussichten kann selbst die sicher geglaubte Rentenvorsorge in Form eines klassischen Mehrfamilienhauses ins Wanken geraten.

Noch erwartet keiner einen so scharfen Eingriff in den Immobi-lienmarkt und die Nachfrage nach Renditeobjekten ist nach wie vor ungebrochen stark, so dass auch auf diesem Marktsegment bei zeitgleich geringem Angebot steigende Preise verzeichnet werden konnten.

Einige Makler wähnen das Preisplateau bereits als erreicht. Der Immobilienmarkt hat mittlerweile verstanden, dass ein Teil der vergangenen Preissteigerungen nur die Folge einer Erholung der stark gesunkenen Preise zu Beginn des 21. Jahrhunderts waren. Die Nachfrage indes ist nicht mehr bereit, jede Preissteigerung mitzugehen. Generell bleibt aber das Immobilienangebot auf dem Wohnungsmarkt noch knapp.

Verlierer in der Situation sind weiter die Einzelhandelsflächen in den Städten. Die Konkurrenz des Online-Handels fordert weiter ihren Tribut und lässt die Margen sinken. Besonders Geschäftshäuser, die auf der Basis von hohen Mieterwartungen finanziert wurden, konnten auf die fallenden Preise nicht reagieren und warten auf eine Markterholung. Ob diese kommen wird, muss als ungewiss bezeichnet werden.

Das Gesicht der Städte hat sich weitgehend verändert. Der Wunsch der Städter, die Citys grüner und ruhiger werden zu lassen, hat die Menschen vergessen lassen, warum Städte entstanden sind und wer den Wohlstand in die Stadt gebracht hat: die Besucher, Kunden und Käufer. Der Großeinkauf findet inzwischen immer mehr im Internet oder auf der grünen Fläche vor den Städten und Gemeinden statt. Der Einkaufsbummel durch die Stadt vor leeren Schaufenstern wird zunehmend unattraktiver und der Spaziergang mit dem anschließenden Verweilen in der Außengastronomie findet dann in der grünen Natur statt.

Genauere Informationen und Zahlen zur Preisentwicklung des letzten halben Jahres in den verschiedenen Regionen Schleswig-Holsteins und des Hamburger Randgebietes erhalten Sie von Ralf Colditz unter colditz@stoeben.de.

Quelle:
www.stoeben.de

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Falke Küchen – das ganz besondere Küchenstudio

Die Küche ist häufig der zentrale Raum eines Hauses. Hier wird gemeinsam gekocht, gegessen, gelacht und gemütlich beisammen gesessen. Viele Familien nutzen sie als Schnittstelle der Kommunikation und als Lebensmittelpunkt. Küchen können so individuell gestaltet werden wie es die Menschen sind, die in ihnen leben und ihre kulinarischen Köstlichkeiten darin zubereiten.

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Glas – Maßanfertigung kennt keine Grenzen

Das Eigenheim individuell zu gestalten ist ein Traum für jeden Häuslebauer. Vor allem mit dem Baustoff Glas sind hier der Phantasie keine Grenzen gesetzt. Hochwertiges Glas und Rahmen in den verschiedensten Formen und Farben setzt visuell besondere Akzente und kann in vielen Räumen als sogenannter Eyecatcher dienen.

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OTTO STÖBEN Marktbericht II/2021

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Wichtiges Urteil für Makler und Immobilienwirtschaft

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Wichtiges Urteil für Makler und Immobilienwirtschaft

Zugang der Widerrufsbelehrung nebst Muster-Widerrufsformular
unter Verwendung der Software OnOffice

Ricarda Breiholdt, Fachanwältin für Miet-/ WEG-Recht

Der Unternehmer muss dem Verbraucher eine formell ordnungsgemäße Widerrufsbelehrung nebst Muster-Widerrufsformular aushändigen. Ausreichend ist, wenn die Widerrufsbelehrung dauerhaft abrufbar ist und die jederzeitige Möglichkeit besteht, sich das Muster-Widerrufsformular hervorzurufen. Wird die Widerrufsbelehrung mit Muster-Widerrufsformular automatisch vom System per E-Mail mit richtiger E-Mail-Adresse versandt, nachdem der Interessent den für den Download des Exposés erforderlichen Button gesetzt hat, und ist die Konfiguration des Unternehmers nicht manipulierbar, so ist der Beweis für den Zugang der E-Mail erbracht. Schleswig-Holsteinisches Oberlandesgericht, Urteil vom 07.06.2021 – 16 U 139/20

Sachverhalt:

Der klagende Makler weist dem beklagten Kunden ein Objekt nach unter Hinweis auf seine Provisionsforderung. Der notarielle Kaufvertrag wird noch im selben Monat abgeschlossen.
Der Kunde widerruft den Maklervertrag nach Ablauf der Widerrufsfrist und trägt vor, er habe die vom Makler im Rechtsstreit vorgelegte Widerrufsbelehrung nicht erhalten. Zudem seien die im Rechtsstreit vorgelegte Widerrufsbelehrung und Muster-Widerrufsformular leicht manipulierbar. Das Landgericht Itzehoe gibt der Provisionsklage statt. Der Käufer legt Berufung ein.

Entscheidung:

Das Schleswig-Holsteinische Oberlandesgericht weist die Berufung des Beklagten zurück. Der Kläger habe den Beklagten ordnungsgemäß belehrt und die Belehrung nebst Muster- Widerrufsformular per E-Mail ausgehändigt. Die vorgelegte Widerrufsbelehrung entspreche zudem dem gesetzlich vorgegebenen Muster. Das Muster-Widerrufsformular setze nicht voraus, dass das nach Artikel 246 a § 1 Abs. 2Anlage 2BGBGB vorgesehene Muster-Widerrufsformular „1:1“ übernommen werde. Es genüge, wenn der Makler seinem Kunden einen inhaltlich verständlichen Text anbiete, mit der aus der Widerrufsbelehrung ersichtlichen Maßgabe, dass dieser nicht notwendig zu verwenden ist.
Hierzu führt der Senat in den Entscheidungsgründen u.a. folgendes aus:

„Nach Art. 246a § 1 Abs. 2 EGBGB steht dem Verbraucher ein Widerrufsrecht nach § 312g Abs. 1 BGB zu. Der Unternehmer ist verpflichtet, den Verbraucher zu informieren (1.) über die Bedingungen, die Fristen und das Verfahren für die Ausübung des Widerrufsrechts nach § 355 Abs. 1 BGB sowie das Muster-Widerrufsformular in der Anlage 2.

Nach Abs. 1 Satz 2 kann der Unternehmer diese Informationspflichten dadurch erfüllen, dass er das in der Anlage 1 vorgesehene Muster für die Widerrufsbelehrung zutreffend ausgefüllt in Textform übermittelt. Die Erfüllung der Verpflichtung zur Information über das Muster-Widerrufsformular setzt danach nicht voraus, dass das in der Anlage 2 dargestellte Formular 1 : 1 übernommen wird. (…)

Maßgebend ist danach, ob die Belehrungen in genügender Form überlassen worden sind. Auch das ist zu bejahen. Nach der Entscheidung des BGH (Urteil vom 26. November 2020, a.a.O., Rn. 67) ist der Sinn der formalen Anforderungen an die – hier inhaltlich unstreitig genügende – Widerrufsbelehrung in Form einer Dokumentation, dem Verbraucher die Möglichkeit zu verschaffen, die Bedingungen, die Fristen und das Verfahren zur Ausübung des Widerrufsrechts bei Bedarf jederzeit nach Vertragsschluss nachlesen zu können. Diesem Interesse ist genüge getan, wenn die Widerrufsbelehrung dauerhaft abrufbar ist und damit verbunden die jederzeitige Möglichkeit besteht, sich das Muster-Widerrufsformular hervorzurufen.“

Zudem habe der Kläger durch Zeugeneinvernahme den Nachweis erbracht, dass dem Beklagten, nachdem er die für den Download des Exposés erforderlichen Häkchen gesetzt hatte, von onOffice eine automatisch generierte E-Mail mit Widerrufsbelehrung nebst Muster-Widerrufsformular an seine E-Mail-Adresse zugesandt wurde.

Nach dem Ergebnis der Beweisaufnahme habe der Zeuge nachvollziehbar und glaubwürdig geschildert, dass der Inhalt der Widerrufsbelehrung, der auf die Konfiguration des Klägers zurückgeht, nicht manipulierbar sei; ferner, dass bei der gängigen („…@web.de“) und vom Beklagten selbst zuvor verwandten E-Mail-Adresse ein Fehlgehen der E-Mail „sehr, sehr unwahrscheinlich“ sei. Vielmehr sei davon auszugehen, dass eine E-Mail, wenn die Adresse richtig geschrieben ist, praktisch immer ankommt.

www.breiholdt-voscherau.de

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Wann liegt ein wucherischer Grundstückskauf vor

1. Wird der Benachteiligte vor Vertragsabschluss anwaltlich beraten, liegt keine Sittenwidrigkeit vor.
2. Wenn Parteien auf Wertgutachten vertrauen und dies der Kaufpreisfindung zu Grunde legen, kann von einem „Ausnutzen“
im Sinne des § 138 Abs. 1 BGB keine Rede sein.
3. Wer nach sofortiger Kaufpreiszahlung sein befristetes Rückkaufsrecht nicht ausübt und sich dennoch auf § 138 BGB beruft, handelt selbst sittenwidrig.

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Wichtiges Urteil für Makler und Immobilienwirtschaft

Der Unternehmer muss dem Verbraucher eine formell ordnungsgemäße Widerrufsbelehrung nebst Muster-Widerrufsformular aushändigen. Ausreichend ist, wenn die Widerrufsbelehrung dauerhaft abrufbar ist und die jederzeitige Möglichkeit besteht, sich das Muster-Widerrufsformular hervorzurufen. Wird die Widerrufsbelehrung mit Muster-Widerrufsformular automatisch vom System per E-Mail mit richtiger E-Mail-Adresse versandt, nachdem der Interessent den für den Download des Exposés erforderlichen Button gesetzt hat, und ist die Konfiguration des Unternehmers nicht manipulierbar, so ist der Beweis für den Zugang der E-Mail erbracht.

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Agent Provocateur

Bei Hinweisen auf ein erhebliches vertragswidriges Verhalten kann es dem Vermieter einer Wohnung erlaubt sein, einen sogenannten Agent Provocateur (eine Art Spitzel) einzusetzen, um die Pflichtverletzung nachzuweisen. So entschied es nach Auskunft des Infodienstes Recht und Steuern der LBS ein Gericht in der Bundeshauptstadt.

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Erbbaurechte vorzeitig verlängern

Bei 22 Prozent aller deutschen Erbbaurechtsgeber laufen bis 2030 Verträge in großem Umfang aus. Eine zweite Welle ist von 2040 bis 2060 zu erwarten. Das ergab eine Studie des Deutschen Erbbaurechtsverbands e. V. Er rät Erbbaurechtsnehmern und -gebern dazu, möglichst frühzeitig die Vertragsverlängerung anzustoßen.

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Wie „Eigentum und Klimaschutz“ sowie „Klimaschutz und Sozialverträglichkeit“ miteinander funktionieren können

Themen > Klima & Energie

Wie „Eigentum und Klimaschutz“ sowie „Klimaschutz und Sozialverträglichkeit“ miteinander funktionieren können

Jürgen Michael Schick,
IVD-Präsident

Bundestag und Bundesrat stimmten Ende Juni über die Novelle des Klimaschutzgesetzes ab. Mit dem Gesetz will der Gesetzgeber die nationalen Klimaschutzziele verschärfen und Deutschland bis zum Jahr 2045 klimaneutral machen. Der Immobilienverband Deutschland IVD bemängelt, dass das Gesetz zu abstrakt und unbestimmt ist, inwieweit die neu justierten Zielvorgaben erreicht werden können. Damit wird das Gesetz weiterhin den Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts nicht gerecht, welches das vorherige Klimaschutzgesetz auch aufgrund seiner Unbestimmtheit gerügt hat.

„Es kann nicht sein, dass der Gesetzgeber die Ziele erhöht, gleichzeitig aber kein Konzept vorlegt, wie das erfolgen soll. Die beschlossenen Fördermittel auch für die energetische Sanierung sind zu begrüßen, sie sind aber nur ein Baustein. Was mir fehlt, ist ein klares politisches Bekenntnis zum Wirtschaftlichkeitsgebot“, sagt IVD-Präsident Jürgen Michael Schick.

Mit seiner immobilienpolitischen Reform-Agenda 2025 zeigt der IVD konkrete Lösungsansätze auf, um die gesamtgesellschaftliche Aufgabe beim Klimaschutz zu meistern und einen umfassenden Sanierungszwang zu verhindern. „Diese Herausforderungen müssen von allen gesellschaftlichen Gruppierungen und Milieus sowie vom Staat finanziert werden. Dabei müssen folgende Prämissen berücksichtigt werden: Die Investitionen müssen für den Vermieter finanzierbar und wirtschaftlich sein. Die Mieterhöhungen dürfen die Mieter nicht überfordern. Die Maßnahmen, die für den Neubau und den Bestand gelten sollen, müssen effektiv sein. In Bezug auf die investierte Summe muss der höchstmögliche Vorteil für die Umwelt erreicht werden“, sagt IVD-Präsident Jürgen Michael Schick.

Unter dieser Maßgabe hat der IVD unter Beteiligung namhafter Wissenschaftler und Immobilienexperten Lösungsansätze entwickelt, die unter anderem „Eigentum und Klimaschutz“ und „Klimaschutz und Sozialverträglichkeit“ in Einklang bringen.

Eigentum und Klimaschutz

Die meisten Wohngebäude in Deutschland sind Ein- und Zweifamilienhäuser (15,7 Mio. von 18,9 Mio. Wohngebäuden). Hier sieht der IVD großes Potenzial. Jährlich erwerben nach Angaben des Kantar Instituts rund 410.000 Haushalte in Deutschland selbstgenutztes Wohneigentum. In den vergangenen Jahren waren 77 Prozent der erworbenen Objekte entweder freistehende Einfamilienhäuser, Doppelhaushälften oder Reihenhäuser. Der Anteil der neugebauten Objekte liegt bei rund 20 Prozent.
Die Fokussierung der Energiepolitik auf den Bereich der Ein- und Zweifamilienhäuser im Bestand kann die Sanierungsquote, die zum Erreichen der Klimaziele erforderlich ist, steigern, wenn man dabei den Zeitpunkt des Eigentümerwechsels berücksichtigt. An einem ungenutzten Gebäude können leichter entsprechende Sanierungsarbeiten durchgeführt werden als an einem bewohnten Haus. Der IVD schlägt deshalb eine Förderung der energetischen Sanierung zum Zeitpunkt des Eigentumsübergangs vor.
Zudem könnte das Baukindergeld mit einer energetischen Komponente neu aufgelegt werden. So ist denkbar, dass eine zusätzliche Prämie nur ausgezahlt wird, wenn innerhalb eines bestimmten Zeitraumes Maßnahmen zur Verbesserung des Wärmeschutzes oder der Heizungsanlage ergriffen werden.
Der IVD nimmt auch die Grunderwerbsteuer ins Visier. Derjenige, der nach Erwerb einer selbstgenutzten Wohnimmobilie energetische Modernisierungen innerhalb einer bestimmten Zeit vornimmt, könnte die Grunderwerbsteuer ganz oder teilweise erstattet bekommen, so der Vorschlag.

Klimaschutz und Sozialverträglichkeit

Aus Sicht des IVD sollte alles, was der Fiskus aus der CO2-Bepreisung im Gebäudebereich einnimmt, zweckgebunden für die energetische Modernisierung des Gebäudebestands zur Verfügung stehen, damit die Investition für den Vermieter wirtschaftlich ist und für den Mieter warmmietenneutral bleibt.
Der Zugang zu Förderprogrammen sollte auch hinsichtlich des neu aufgelegten Klima-Sofortprogramms erleichtert werden. Kurze Anträge, Reduzierung der Anforderungen zum Erhalt der Mittel, unabhängiger verlässlicher Ratschlag für Eigentümer durch Handwerker würden Sicherheit geben und Kosten senken.

Handlungsbedarf sieht der IVD unter anderem auch beim geförderten Wohnungsbau. Mit dem Absenken der zulässigen Flächen des sozialen Wohnungsbaus bei der Ausschreibung von Fördermitteln ließen sich nicht nur mehr, sondern auch energetisch effizienter, schneller und kostengünstiger Wohnungen errichten.
Weitere Vorschläge des IVD, um den Klimaschutz und die Sozialverträglichkeit in Einklang zu bringen, umfassen zum Beispiel auch die Bauordnung, in der ein Wirtschaftlichkeitsgebot verankert werden sollte oder die Privilegierung des Umbaus gegenüber dem Neubau.

Quelle: IVD Bundesverband
www.ivd.net

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Mit kleinem CO2-Abdruck in die eigenen vier Wände

Ohne den Gebäudesektor geht es nicht, wenn Deutschland klimaneutral werden will. Nachhaltiges Bauen und Wohnen nimmt dabei eine Schlüsselrolle ein. Private Bauherren können schon jetzt auf nachhaltige Materialien und moderne Technik setzen. Das reduziert nicht nur den Energieverbrauch des Eigenheims und sorgt für den langfristigen Werterhalt der Immobilie, sondern schafft auch ein angenehmes Raumklima.

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Fernablesung der Heizkostenzähler ab 2022 voraussichtlich monatlich Pflicht

Die Heizkostenverordnung wird novelliert. Seit Oktober 2020 sieht die EU-Energieeffizienz-Richtlinie (EED für European Energy Directive) eigentlich vor, dass neu installierte Heizkostenzähler fernablesbar sein müssen. Den entsprechenden Referentenentwurf des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie gibt es seit dem 10.03.2021, dieser muss allerdings noch Bundestag und -rat passieren.

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Der BFW Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen weist eindringlich auf die immensen Kosten des geplanten Klimaschutz-Sofortprogramms der Bundesregierung im Gebäudesektor hin: „Klimaschutz gibt es nicht zum Nulltarif. Aber die geplanten Maßnahmen werden zu einem drastischen Anstieg der Kosten beim Bau und der Sanierung von Wohnungen führen.“

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Schädlicher Schatten

Wer auf seinem Dach eine Solaranlage errichtet, der hofft natürlich auch, dass diese Anlage üppige Erträge an Sonnenenergie erbringt. Bei einem Grundstückseigentümer in Nordrhein-Westfalen drohte das nicht mehr zu funktionieren, weil ein geplanter und genehmigter Neubau das Dach mit der Photovoltaikanlage verschattet hätte.

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Immobilienmarkt im Check

Themen > Bauen & Wohnen

Immobilienmarkt im Check

Was Ersterwerber wissen sollten

Junge Familien träumen vom eigenen Zuhause. Die Entwicklung von Preisen, Zinsen und Nachfrage verunsichert viele.
(Foto: Bausparkasse Schwäbisch Hall)

Die Immobilienpreise steigen weiter. Der Grund hierfür ist die anhaltend hohe Nachfrage nach Wohneigentum – insbesondere bei jungen Leuten und Familien. 39 Prozent aller 25- bis 35-Jährigen planen einen Neubau oder Erwerb der eigenen vier Wände innerhalb der nächsten 10 Jahre. Ein Trend, der auch durch die Corona-Pandemie nicht an Fahrt verloren hat.

In einem hochdynamischen Marktumfeld sehen sich viele Ersterwerber jedoch auch mit Unsicherheiten konfrontiert und stellen sich Fragen: Wie entwickeln sich Preise und Nachfrage? Bleiben die Zinsen günstig? Lohnt sich der Erwerb einer Immobilie noch? Wenn ja, wo? Ralf Oberländer, Finanzierungexperte von Schwäbisch Hall, beantwortet die zentralen Fragen:

1. Steigen die Preise auch in Zukunft weiter?

Davon ist definitiv auszugehen. Allein im letzten Jahr haben wir wieder einen deutlichen Zuwachs gesehen. So sind die Preise für Wohneigentum im 1. Quartal 2021 im Vergleich zum Vorjahr durchschnittlich um 9,4 Prozent gestiegen. Im gleichen Zeitraum sind die Kaufnebenkosten sogar um 0,3 Prozent gesunken. Bis zum Jahr 2030 könnte es – regional durchaus unterschiedlich – einen anhaltenden Anstieg der Immobilienpreise geben, der sich aufgrund der gestiegenen Preise für Baumaterial insbesondere auch beim Hausbau bemerkbar machen dürfte. Diese haben sich im Mai 2021 im Vergleich zum Vorjahr bereits um 7,2 Prozent verteuert.

2. Wie entwickeln sich die Zinsen?

Das Zinsniveau bleibt günstig. Vor zehn Jahren waren die durchschnittlichen Bauzinsen bis zu dreimal so hoch wie heute. So liegt 2021 die Zinsersparnis bei einem Investitionsvolumen von 354.000 Euro, einem Anteil von ca. 15 Prozent Eigenkapital und einer Laufzeit von 20 Jahren bei rund 133.000 Euro verglichen mit 2008. Das motiviert zum Immobilienerwerb. 59 Prozent der Mieter, die den Kauf einer Immobilie planen, sehen die niedrigen Baugeldzinsen positiv.

3. Ist der Neubaubedarf bald gedeckt?

Der Bedarf nach Wohnraum bleibt auch in Zukunft hoch. Das Wohnraum-Angebot reicht nicht aus, um die hohe Nachfrage zu decken. Insgesamt werden ca. 350.000 Wohnungen im Jahr benötigt – die Zahl der Wohnungsfertigstellungen liegt in den nächsten Jahren weiterhin deutlich darunter. Den erforderlichen 350.000 Wohnungen dürften laut Prognosen im Jahr 2023 lediglich 295.000 Wohnungsfertigstellungen gegenüberstehen.

4. Was ist für Ersterwerber derzeit attraktiver: Stadt oder Land?

Das kann man so pauschal nicht sagen. Hier sind in erster Linie die persönliche Präferenz für das Lebensumfeld, die Nähe zur Arbeit und die Familienplanung entscheidend. Da bieten ländliche Regionen sicherlich Chancen. Die Aussicht auf ein Haus mit Garten spricht insbesondere junge Familien an. Mehr Flexibilität durch Homeoffice und Homeschooling verstärkt die Landlust. Ein weiterer Aspekt macht den Erwerb von Immobilien auf dem Land besonders attraktiv: Die Chance auf Wertsteigerungen. In Berlin, München, Köln, Hamburg und Stuttgart sind die Preise im Umland seit 2017 stärker gestiegen als in den Metropolen selbst. Dazu kommt ein günstiges Preisniveau. Die Kosten für Wohneigentum in den Städten sind im Vergleich zum Umland im Schnitt 47 Prozent höher.

5. Kann die Miete ein Risikofaktor sein?

Hier bestehen definitiv Ängste bei vielen Mietern. Drei von zehn Mietern sorgen sich darum, die Miete ihrer jetzigen Wohnung in Zukunft nicht mehr tragen zu können. Und tatsächlich: Seit Jahren steigt der Anteil der Miete am Haushalts-nettoeinkommen – von 16,6 Prozent 2007 auf 20,7 Prozent 2019. Somit kann die Miete durchaus als Risikofaktor gesehen werden, den man im Blick haben sollte.

6. Was spricht noch für den Erwerb von Wohneigentum?

Ganz klar die Robustheit des Marktes. Der Wohnimmobilienmarkt hat auf die Veränderungen der wirtschaftlichen Lage weniger stark und mit Verzögerung reagiert. Daher bleibt der Ausblick für Ersterwerber positiv. Finden Ersterwerber ihre im Marktvergleich nicht überteuerte Traumimmobilie, ist genügend
Eigenkapital vorhanden und ist das Einkommen sicher, dann gilt: kaufen! Außerdem: Jeder Monat, in dem man einen Immobilienkredit tilgt, statt Miete zu zahlen, kommt der Altersvorsorge und der Vermögensbildung zugute.

Quelle:
https://newsroom.schwaebisch-hall.de

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Zukunft der Innenstädte mit privaten Eigentümern gestalten

Der Eigentümerverband Haus & Grund Deutschland hält die vom Bundesinnenministerium vorgestellte Innenstadtstrategie für einen wichtigen Impuls. „Die nächsten Schritte in der Praxis vor Ort müssen mit den privaten Eigentümern geplant und umgesetzt werden – und nicht über ihre Köpfe hinweg“, betonte Haus & Grund-Präsident Kai Warnecke in Berlin.

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