Themen > Recht & Gesetz

Mehr Befugnisse für den WEG-Verwalter

Nach der parlamentarischen Sommerpause wird der Bundestag voraussichtlich über den Gesetzentwurf zur „Förderung der Elektromobilität und zur Modernisierung des Wohnungseigentumsgesetzes und zur Änderung von kosten- und grundbuchrechtlichen Vorschriften (Wohnungseigentumsmodernisierungsgesetz – WEMoG)“ abstimmen.

Im Rahmen dieser Reform des WEG-Gesetzes sind verschiedene Änderungen geplant: Unter anderem sieht der Gesetzesentwurf die Einräumung von mehr Befugnissen für die Verwalter von Wohnungseigentümergemeinschaften vor. Hiermit soll die Verwaltung von Gemeinschaftseigentum effizienter durchgeführt werden können. Über Maßnahmen, bei denen die Beschlussfassung durch die Eigentümer nicht geboten ist, soll der Verwalter demnach in eigener Verantwortung entscheiden und handeln können. Welche Maßnahmen dies sind, hängt von ihrer Bedeutung für die Wohnungseigentümergemeinschaft ab und soll unter anderem von Größe und Art der Anlage abhängig sein.

Aus Gründen der Rechtssicherheit soll der Verwalter im Außenverhältnis eine unbeschränkte und unbeschränkbare Vertretungsmacht für die Wohnungseigentümergemeinschaft erhalten. Lediglich innerhalb des Verhältnisses soll die Gemeinschaft zukünftig die Aufgaben und Befugnisse des Verwalters einschränken können.

Aus ihrer alltäglichen Berufspraxis begrüßen die Verwalter dieses Vorhaben. Sie wären damit in der Lage, wesentlich effizienter und auch zeitnaher die Wünsche der Eigentümermehrheit umzusetzen. Auch werden manchmal zwingend notwendige Maßnahmen durch einzelne Eigentümer aus teils unsachlichen Gründen boykottiert und der Rest der Gemeinschaft leidet darunter.
Des Weiteren kommt es auch vor, dass eine Eigentümergemeinschaft mehrheitlich die Umsetzung zwingender gesetzlicher Vorgaben ablehnt – z. B. energetische Sanierungsmaßnahmen oder die Einhaltung der regelmäßig durchzuführenden Sicherheitsüberprüfungen wie z. B. Legionellenprüfung, Schwermetall im Trinkwasser oder Check der Elektroanlage. Dieses Verhalten geht zu Lasten der ‚Vernünftigen’ und kann auch zu einer Haftung des Verwalters führen. Unter diesem Aspekt wäre eine Erweiterung der Befugnisse des Verwalters begrüßenswert.

Aus Sicht der Wohnungseigentümer wird die Erweiterung der Befugnisse des Verwalters durchaus kritisch gesehen, insbesondere dann, wenn das Vertrauensverhältnis gestört ist oder die Gemeinschaft schon einmal schlechte Erfahrungen mit einem Verwalter gemacht hat.

Ob im Rahmen der Reform auch ein Sachkundenachweis für Verwalter vorgeschrieben wird, steht noch nicht fest. Diverse Verbände der Immobilienbranche fordern diesen schon seit Jahren ein. Schon 2018 sollte ein qualifizierter Sachkundenachweis eingeführt werden, allerdings wurde dieser kurz vor Verabschiedung des entsprechenden Gesetzes durch eine Fortbildungspflicht ersetzt, welche lediglich 20 Stunden Fortbildung innerhalb von drei Jahren vorsieht.

Eigentümer vertrauen dem Verwalter ihr immobiles Vermögen an, welches auch in den meisten Fällen ihre Altersvorsorge beinhaltet. Um dieser großen Verantwortung gerecht zu werden, ist der Nachweis einer Qualifikation dringend geboten.

Und auch gerade im Hinblick auf die Befugniserweiterung werden daher künftig die Eigentümergemeinschaften noch mehr Wert auf die fachliche Qualität des Verwalters legen und nicht mehr Privatpersonen oder kleinen Unternehmen ohne besonders qualifizierte Mitarbeiter ihr Eigentum anvertrauen.

www.image-kiel.de

Weitere Artikel
zum Thema Recht & Gesetz

Wann liegt ein wucherischer Grundstückskauf vor

1. Wird der Benachteiligte vor Vertragsabschluss anwaltlich beraten, liegt keine Sittenwidrigkeit vor.
2. Wenn Parteien auf Wertgutachten vertrauen und dies der Kaufpreisfindung zu Grunde legen, kann von einem „Ausnutzen“
im Sinne des § 138 Abs. 1 BGB keine Rede sein.
3. Wer nach sofortiger Kaufpreiszahlung sein befristetes Rückkaufsrecht nicht ausübt und sich dennoch auf § 138 BGB beruft, handelt selbst sittenwidrig.

Mehr lesen »

Wichtiges Urteil für Makler und Immobilienwirtschaft

Der Unternehmer muss dem Verbraucher eine formell ordnungsgemäße Widerrufsbelehrung nebst Muster-Widerrufsformular aushändigen. Ausreichend ist, wenn die Widerrufsbelehrung dauerhaft abrufbar ist und die jederzeitige Möglichkeit besteht, sich das Muster-Widerrufsformular hervorzurufen. Wird die Widerrufsbelehrung mit Muster-Widerrufsformular automatisch vom System per E-Mail mit richtiger E-Mail-Adresse versandt, nachdem der Interessent den für den Download des Exposés erforderlichen Button gesetzt hat, und ist die Konfiguration des Unternehmers nicht manipulierbar, so ist der Beweis für den Zugang der E-Mail erbracht.

Mehr lesen »

Agent Provocateur

Bei Hinweisen auf ein erhebliches vertragswidriges Verhalten kann es dem Vermieter einer Wohnung erlaubt sein, einen sogenannten Agent Provocateur (eine Art Spitzel) einzusetzen, um die Pflichtverletzung nachzuweisen. So entschied es nach Auskunft des Infodienstes Recht und Steuern der LBS ein Gericht in der Bundeshauptstadt.

Mehr lesen »

Erbbaurechte vorzeitig verlängern

Bei 22 Prozent aller deutschen Erbbaurechtsgeber laufen bis 2030 Verträge in großem Umfang aus. Eine zweite Welle ist von 2040 bis 2060 zu erwarten. Das ergab eine Studie des Deutschen Erbbaurechtsverbands e. V. Er rät Erbbaurechtsnehmern und -gebern dazu, möglichst frühzeitig die Vertragsverlängerung anzustoßen.

Mehr lesen »

IMMOBILIENMARKT
Verlagsgesellschaft mbH
Königsweg 1, 24103 Kiel

Tel.: 0431 66452-0
E-Mail: info@derimmomarkt.de

Themen > Recht & Gesetz

Headline

Subheadline

Bildunterschrift

Einleitungstext …


Inhaltstext …

www.adresse.de (Verlinkung der Website in neuem Tap öffnen)

Weitere Artikel
zum Thema Recht & Gesetz

Wann liegt ein wucherischer Grundstückskauf vor

1. Wird der Benachteiligte vor Vertragsabschluss anwaltlich beraten, liegt keine Sittenwidrigkeit vor.
2. Wenn Parteien auf Wertgutachten vertrauen und dies der Kaufpreisfindung zu Grunde legen, kann von einem „Ausnutzen“
im Sinne des § 138 Abs. 1 BGB keine Rede sein.
3. Wer nach sofortiger Kaufpreiszahlung sein befristetes Rückkaufsrecht nicht ausübt und sich dennoch auf § 138 BGB beruft, handelt selbst sittenwidrig.

Mehr lesen »

Wichtiges Urteil für Makler und Immobilienwirtschaft

Der Unternehmer muss dem Verbraucher eine formell ordnungsgemäße Widerrufsbelehrung nebst Muster-Widerrufsformular aushändigen. Ausreichend ist, wenn die Widerrufsbelehrung dauerhaft abrufbar ist und die jederzeitige Möglichkeit besteht, sich das Muster-Widerrufsformular hervorzurufen. Wird die Widerrufsbelehrung mit Muster-Widerrufsformular automatisch vom System per E-Mail mit richtiger E-Mail-Adresse versandt, nachdem der Interessent den für den Download des Exposés erforderlichen Button gesetzt hat, und ist die Konfiguration des Unternehmers nicht manipulierbar, so ist der Beweis für den Zugang der E-Mail erbracht.

Mehr lesen »

Agent Provocateur

Bei Hinweisen auf ein erhebliches vertragswidriges Verhalten kann es dem Vermieter einer Wohnung erlaubt sein, einen sogenannten Agent Provocateur (eine Art Spitzel) einzusetzen, um die Pflichtverletzung nachzuweisen. So entschied es nach Auskunft des Infodienstes Recht und Steuern der LBS ein Gericht in der Bundeshauptstadt.

Mehr lesen »

Erbbaurechte vorzeitig verlängern

Bei 22 Prozent aller deutschen Erbbaurechtsgeber laufen bis 2030 Verträge in großem Umfang aus. Eine zweite Welle ist von 2040 bis 2060 zu erwarten. Das ergab eine Studie des Deutschen Erbbaurechtsverbands e. V. Er rät Erbbaurechtsnehmern und -gebern dazu, möglichst frühzeitig die Vertragsverlängerung anzustoßen.

Mehr lesen »

IMMOBILIENMARKT
Verlagsgesellschaft mbH
Königsweg 1, 24103 Kiel

Tel.: 0431 66452-0
E-Mail: info@derimmomarkt.de

Cookies