Themen > Klima & Energie

Fernablesung der Heizkostenzähler ab 2022
voraussichtlich monatlich Pflicht

Fritjof Gebhardt, Immobilienkaufmann

Die Heizkostenverordnung wird novelliert. Seit Oktober 2020 sieht die EU-Energieeffizienz-Richtlinie (EED für European Energy Directive) eigentlich vor, dass neu installierte Heizkostenzähler fernablesbar sein müssen. Den entsprechenden Referentenentwurf des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie gibt es seit dem 10.03.2021, dieser muss allerdings noch Bundestag und -rat passieren.

Geplant ist, dass im Januar 2022 der nächste Schritt der Verordnung in Kraft tritt: Ab Anfang des kommenden Jahres sollen Mieter mit fernablesbaren Heizkosten-zählern monatlich mit Verbrauchsinformationen versorgt werden.

Ziel ist es, den Mietern eine vor allem stets aktuelle Nachvollziehbarkeit ihres Heizkostenverbrauchs zu ermöglichen, damit diese kurzfristig in der Lage sind, gegebenenfalls schon unterjährig den Verbrauch und somit die Energiekosten zu senken. Somit erhofft man sich eine höhere Sensibilisierung der Endverbraucher für ihr Nutzungsverhalten.

„Die Umsetzung der Bereitstellung der unterjährigen Verbrauchsinformationen an die Mieterinnen und Mieter stellt eine große Herausforderung dar“, kommentiert Fritjof Gebhardt, Immobilienkaufmann bei OTTO STÖBEN, die Auswirkungen aus Sicht der Hausverwaltung. „Eine übergreifende Lösung für alle zu finden, wird sich schwierig gestalten, da unterschiedliche Kommunikationswege gefordert werden und die Erwartungshaltung daran breit gestreut sein dürfte. Auch zu beachten ist natürlich die Einhaltung der DSGVO.

Vermutlich wird das Interesse anfänglich recht hoch ausfallen, um dann wieder abzunehmen. Zu vergleichen ist dies womöglich mit der Kontrolle des eigenen Stromverbrauchs: Nur wenige lesen den eigenen Stromzähler monatlich ab, um den Stromverbrauch zu ermitteln, obwohl ein einfacher Blick auf den Stromzähler genügt. Am Ende der Abrechnungsperiode sind viele dann über den Verbrauch überrascht.“

Des Weiteren führt Fritjof Gebhardt aus: „Außerdem werden mehr bereitgestellte Informationen zu mehr Verständnisfragen führen, deren Beantwortung einen zusätzlichen Aufwand darstellt. Um die Bereitstellung von Zahlen in Relation zu setzen und deren Aussagekraft richtig einzuschätzen, bedarf es eines gewissen Hintergrundwissens.“

Wie hoch das Interesse der Mieter an einer zeitnahen Verbrauchsmitteilung in der Praxis wirklich ist und ob das dann auch zu dem gewünschten Effekt führt, ist ungewiss. Sicher ist, dass dieser Mehraufwand Kosten verursacht, der letztendlich von den Mietern bezahlt werden muss.

Bis jetzt muss fernauslesbare Technik nur bei Austausch und Neueinsatz verbaut werden. Dies ändert sich zum 1. Januar 2027. Spätestens bis zu diesem Zeitpunkt sollen alle Zähler und Heizkostenverteiler fernauslesbar sein. Bereits verbaute manuell ablesbare Mess- und Erfassungsgeräte müssen bis dahin ausgetauscht werden. Einzige Ausnahme: Es wird nachgewiesen, dass ein Austausch nicht wirtschaftlich ist.

Quelle: www.stoeben.de

Weitere Artikel zum Thema Klima & Energie

Mit kleinem CO2-Abdruck in die eigenen vier Wände

Ohne den Gebäudesektor geht es nicht, wenn Deutschland klimaneutral werden will. Nachhaltiges Bauen und Wohnen nimmt dabei eine Schlüsselrolle ein. Private Bauherren können schon jetzt auf nachhaltige Materialien und moderne Technik setzen. Das reduziert nicht nur den Energieverbrauch des Eigenheims und sorgt für den langfristigen Werterhalt der Immobilie, sondern schafft auch ein angenehmes Raumklima.

Mehr lesen »

Fernablesung der Heizkostenzähler ab 2022 voraussichtlich monatlich Pflicht

Die Heizkostenverordnung wird novelliert. Seit Oktober 2020 sieht die EU-Energieeffizienz-Richtlinie (EED für European Energy Directive) eigentlich vor, dass neu installierte Heizkostenzähler fernablesbar sein müssen. Den entsprechenden Referentenentwurf des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie gibt es seit dem 10.03.2021, dieser muss allerdings noch Bundestag und -rat passieren.

Mehr lesen »

Wie „Eigentum und Klimaschutz“ sowie „Klimaschutz und Sozialverträglichkeit“ miteinander funktionieren können

Bundestag und Bundesrat stimmten Ende Juni über die Novelle des Klimaschutzgesetzes ab. Mit dem Gesetz will der Gesetzgeber die nationalen Klimaschutzziele verschärfen und Deutschland bis zum Jahr 2045 klimaneutral machen. Der Immobilienverband Deutschland IVD bemängelt, dass das Gesetz zu abstrakt und unbestimmt ist, inwieweit die neu justierten Zielvorgaben erreicht werden können. Damit wird das Gesetz weiterhin den Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts nicht gerecht, welches das vorherige Klimaschutzgesetz auch aufgrund seiner Unbestimmtheit gerügt hat.

Mehr lesen »

Klimaschutz-Sofortprogramm führt zu Kostenexplosion im Wohnungsbau

Der BFW Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen weist eindringlich auf die immensen Kosten des geplanten Klimaschutz-Sofortprogramms der Bundesregierung im Gebäudesektor hin: „Klimaschutz gibt es nicht zum Nulltarif. Aber die geplanten Maßnahmen werden zu einem drastischen Anstieg der Kosten beim Bau und der Sanierung von Wohnungen führen.“

Mehr lesen »

Schädlicher Schatten

Wer auf seinem Dach eine Solaranlage errichtet, der hofft natürlich auch, dass diese Anlage üppige Erträge an Sonnenenergie erbringt. Bei einem Grundstückseigentümer in Nordrhein-Westfalen drohte das nicht mehr zu funktionieren, weil ein geplanter und genehmigter Neubau das Dach mit der Photovoltaikanlage verschattet hätte.

Mehr lesen »

IMMOBILIENMARKT
Verlagsgesellschaft mbH
Königsweg 1, 24103 Kiel

Tel.: 0431 66452-0
E-Mail: info@derimmomarkt.de

Cookies