Themen > Bauen & Wohnen

Sie wollen Ihr Haus verkaufen? –
Darauf sollten Sie beim Garten achten

Interview mit Eva Reinhold-Postina, Pressesprecherin des VPB e. V.

Dipl.-Ing. Eva Reinhold-Postina
Pressesprecherin des VPB e. V.

Zu einem schönen Haus gehört auch ein schöner Garten. Planen Sie, Ihre Immobilie zu verkaufen, wirkt sich ein gepflegter Garten auf den Immobilienwert Ihres Hauses aus. Im folgenden Interview mit dem Verband Privater Bauherren e. V. verrät Pressesprecherin Frau Dipl.-Ing. Eva Reinhold-Postina, wie man mit einem gepflegten Garten den Immobilienwert des Hauses steigert und auf was man beim Kauf und Verkauf eines Hauses achten sollte.

1. Inwiefern kann ein schöner und gepflegter Garten den Wert des Hauses steigern? 



Eva Reinhold-Postina: Ein guter, erster Eindruck von einer Immobilie ist sehr wichtig. Denn das Auge isst bekanntlich mit. Und der Rückschluss liegt stets nahe: Ist der Garten ungepflegt, ist vielleicht auch die Immobilie nicht gut in Schuss. Dagegen löst der Anblick eines ordentlichen Gartens bei der Kundschaft meist positive Gefühle aus. Bei einem gepflegtem Garten spricht einiges dafür, dass auch das Haus gepflegt wurde; wobei nur eine ausführliche Begehung mit einem Sachverständigen hier wirklich Klarheit bringen kann.




2. Wie muss der Rasen vor der Besichtigung aussehen? 


Eva Reinhold-Postina: Natürlich muss man den Rasen ordentlich mähen und am besten in den Sommermonaten das Grün einer Verjüngungskur durch Mulchen und Vertikutieren gönnen. Bei einem sehr schönen Rasen fällt so manches Unperfekte drei Meter weiter nicht mehr auf. Es steht und fällt der Verlauf der Besichtigung mit dem bereits erwähnten ersten Eindruck. 




3. Gibt es bestimmte Pflanzen oder Bäume, die „Gold wert“ sind?



Eva Reinhold-Postina: Es gibt alte Baumarten, die einen absoluten Geldwert haben. Steht im Garten z.B. eine alte, gesunde Magnolie? Wunderbar! Wichtig ist, dass Sie den Baum pflegen und regelmäßig zurückschneiden. Jeden Cent wert sind immergrüne Hecken, die keine Stacheln und Dornen haben und somit keine Verletzungsgefahr darstellen. Kommen potentielle Hauskäufer zur Besichtigung und der Nachwuchs verletzt sich versehentlich an der Hecke, sinkt schnell die Chance auf ein zufriedenstellendes Verkaufsergebnis. Mein Tipp: Achten Sie beim Anlegen einer Hecke darauf, dass Sie kein giftiges Gewächs, wie die Kirschlorbeere, wählen. Für den Verkaufserfolg lohnt es sich, darauf Wert zu legen, dass die Hecken in einem Top-Zustand sind. 




4. Stellt ein verstaubtes Gartenkonzept ein Problem dar? 


Eva Reinhold-Postina: Sie leben in einem Gartentraum, der in den 50er Jahren Trend war? Das sollte Ihnen in Hinblick auf einen bevorstehenden Hausverkauf kein Kopfzerbrechen bereiten. Denn eine Gartenanlage ist immer Geschmackssache. Wichtig ist nur, dass das jeweilige Gartenkonzept konsequent durchgezogen wird. Haben Sie den Eindruck, die 50er Jahre-Idee ist an manchen Stellen unstimmig, sollten Sie hier Schönheitskorrekturen vornehmen – eventuell mit Hilfe eines Fachmanns. 




5. Stichwort Gartenschuppen: Auf was ist hier zu achten? 



Eva Reinhold-Postina: Mein Rat für bauliche Anlagen jeglicher Art lautet: Ob Schuppen, Wintergärten, Pergolen, Loggien oder Carpots – prüfen Sie als Verkäufer den Bau vorab. Ist er baurechtlich genehmigt? Die Auflagen der jeweiligen Bundesbauordnung sind von Bundesland zu Bundesland verschieden. Halten Sie die Genehmigung bei der Besichtigung bereit. 

Hier noch Tipps für Käufer: Achten Sie darauf, ob die Außenanlage von einem Hobbyhandwerker gebaut wurde und lassen Sie ggf. die Statik checken, etwa beim selbstgezimmerten Carport. Bringen Sie auch in Erfahrung, welche Materialien verwendet wurden. Sollten Sie nach dem Kauf das Objekt entfernen wollen, können anschließende Sondermüllkosten sehr hoch ausfallen, beispielweise wenn die alte Gartenhütte mit Asbestplatten gedeckt ist.

 


6. Wie sollte man sich als Gartenbesitzer auf ein Verkaufsgespräch vorbereiten?



Eva Reinhold-Postina: Präsentieren Sie Ihr Haus selbstbewusst – und dessen Potential. Da heißt es, vorab den Bebauungsplan schnappen und eingängig studieren, was alles möglich ist. Sind die Interessenten von der Größe des Gartens nicht überzeugt, können Sie hier mit möglichen Änderungsmaßnahmen, die der Plan nahelegt, punkten. Eventuell gibt es weitere Nutz- oder Gartenbereiche, die noch nicht bebaut sind. Nehmen Sie sich zudem vor einer Besichtigung Zeit und überlegen Sie sich, wo ein Feinschliff möglich ist und weitere Vorzüge Ihres Gartens liegen. Gibt es eine gemütliche Ecke, die noch nicht erschlossen ist, kann ein Gartenteich in einen Naturpool umgeändert werden und wäre das Rosenbeet nicht auch gegenüber denkbar? Öffnen Sie den potentiellen Käufern die Augen, was man noch alles Tolles aus dem Garten erschaffen kann. Wissen Sie, dass unter den Inte­ressenten Familien mit Kindern dabei sind, sollten Sie mögliche Gartengefahren für die Kleinen bedenken: Treppen, offene Pforten zur Straße, Regentonnen, Teiche, ­giftige Pflanzen, Außensteckdosen. Gegebenenfalls sollten Sie auf die problematischen Dinge, wenn möglich, hinweisen oder gleich entfernen. 




7. Gibt es noch einen Extratipp, den Sie uns verraten können? 



Eva Reinhold-Postina: Sind Sie stolzer Besitzer von einem alten Baum, lassen Sie diesen, auch wenn er top gepflegt ist, vorab von einem Experten untersuchen. Denn Anwärter können berechtigterweise nach dem Zustand des Baumes fragen und den Kaufpreis ggf. drücken. Halten Sie daher die Expertise bereit! Muss der Baum demnächst entfernt werden, dann wäre es verkaufsstrategisch geschickt, eine Kostenübernahme vorzuschlagen. 

Zudem halten Sie beim Verkauf von allem, was installiert oder gebaut wurde, wie eine Garage, elektrische Türöffner etc., die Baugenehmigung und die Gebrauchsanweisung bereit. Sagen Sie den Kaufinteressenten auch, in welchem Gartenbereich Elektro- und Wasserleitungen verlegt sind, wie tief diese liegen und wo Wasserleitungen im Winter gegebenenfalls abgesperrt werden müssen. 




8. Was ist ein absolutes ­ No-Go, das vor der Besichtigung aus dem Garten verbannt werden muss?



Eva Reinhold-Postina: Ein absolutes No-Go beim Verkauf eines Hauses in Bezug auf den Garten sind die berühmten Hobby- und Dreckecken, die man irgendwann einmal bereinigen will. Ob Baumstämme, Reifen, schwer zu entsorgendes Bau- und Altmaterial oder Schutt: Es ist immer irritierend und macht keinen guten Eindruck, wenn man als Käufer bei der Besichtigung auf solche Bereiche stößt.




www.al-ko.com
 

Weitere Artikel zum Thema Bauen & Wohnen

Barrierefreies Bauen bedeutet komfortable Mobilität für alle

Im allgemeinen Bewusstsein wurde das Thema „Barrierefreiheit“ früher meist ausschließlich mit einer körperlichen Bewegungseinschränkung sowie mobiler Behinderung in Verbindung gebracht. Im Zuge des demographischen Wandels rückt das Thema zunehmend auch in den Fokus des alltäglichen öffentlichen Interesses.

Mehr lesen »
Scroll Up