Wird wieder beliebter: Das Wohnen auf dem Land

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Wird wieder beliebter:
Das Wohnen auf dem Land

Carl-C. Franzen

Der Zuzug vieler Menschen in die Städte – wie er in den vergangenen Jahren stattgefunden hat – hat sich bereits abgeschwächt. Der Wohnraummangel und die hohe Nachfrage in den Stadtzentren hat dazu geführt, dass die Speckgürtel der Städte in den Fokus der Wohnungssuchenden gerückt sind. Doch auch Dank der Digitalisierung ist inzwischen das weitere Umland gefragt. Denn Arztbesuche, Einkäufe und Arbeit können auch online von Zuhause erledigt werden.

Derzeit suchen Unternehmen in den ländlichen Regionen händeringend nach Auszubildenden. In den kleinen Ortschaften schließen Supermärkte, Ärzte, Post- und Bankfilialen. – Die Digitalisierung jedoch könnte diese Entwicklung umkehren. Zumindest sehen das viele Unternehmen so. In einer Umfrage des Verbands Kommunaler Unternehmen (VKU) gaben 84 der befragten Unternehmen an, dass die Digitalisierung den ländlichen Raum als Wohn- und Arbeitsort aufwertet. Und die Studie „Zukunft des Wohnens“ des Zukunftsinstituts ergab, dass 2014 seit 20 Jahren zum ersten Mal mehr Menschen aus den Städten weg- als zugezogen sind, wenn man die Zuwanderung aus dem Ausland ausklammert. Die Experten gehen dabei davon aus, dass sich der Trend künftig noch verstärken wird. Konsum, Unterhaltung, Bildung, Wirtschaft, Politik oder Medizin kann immer mehr über das Internet erlangt werden. Auch frische Lebensmittel können online gekauft werden. Somit wird auch die Versorgung von selbst entlegensten Dörfern immer einfacher.

Überlegen Sie vielleicht, aufs Land zu ziehen und Ihre Stadtimmobilie zu verkaufen?

Kontaktieren Sie uns ganz unverbindlich.
Wir beraten Sie gern.

www.ccfranzen.de,
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Rechtlicher Hinweis: Dieser Bei­trag stellt keine Steuer- oder Rechtsberatung im Einzelfall dar. Bitte lassen Sie die Sachverhalte in Ihrem konkreten Einzelfall von einem Rechtsanwalt und/oder Steuerberater klären.

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Wandern Sie in 5 Minuten von Kalifornien nach Brasilien

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Wandern Sie in 5 Minuten von Kalifornien nach Brasilien

Unmöglich… mögen Sie bei den unendlichen Weiten des amerikanischen Kontinents denken. Hier im schönen Schleswig-Holstein ist das sehr wohl möglich! Und zwar ca. eine halbe Stunde Autofahrt von der Landeshauptstadt Kiel entfernt im Landkreis Plön.

 

Die beiden Ortsteile „Kalifornien“ und „Brasilien“ des Ostseebades Schönberg liegen in unmittelbarer Nähe des Schönberger Strandes und verbreiten nicht nur wegen ihrer exotisch anmutenden Namen, sondern auch wegen ihrer wunderschönen Strandabschnitte eine Menge Urlaubsflair.

Einer überlieferten Legende nach fand eines Tages ein einheimischer Fischer am Strand eine Schiffsplanke im Sand, auf der „California“ zu entziffern war. Diese befestigte er über der Tür seiner Fischerhütte. Und wie das manchmal so mit den lieben neidischen Nachbarn ist, wenig später prangte ein Schild mit der Aufschrift „Brasilien“ in der Nachbargemeinde.

Lassen Sie sich auf eine kurze Reise in die „amerikanische ­Dependance“ Schleswig-Holsteins einladen, wo Sie feinen weißen Sandstrand und ein vielfältiges Freizeitprogramm kombiniert mit einer guten Infrastruktur vorfinden.

Beginnen wir entlang der Ostsee an der Küste „Kaliforniens“. Dichte, massentouristische Bebauung sucht man hier in dem etwas über 400 Einwohner zählenden Ortsteil vergeblich. Im Gegenteil, die Lage mit ihren ruhig gelegenen Ferienhäusern auf großen Grundstücken sowie den Ferienwohnungen mit Meerblick und einem zentral gelegenen Campingplatz direkt am Strand mutet idyllisch an. Auf der „Sommerbühne“ finden in den Sommermonaten kulturelle Events und Open-Air-Konzerte statt. Im sogenannten Klimapavillon kann man sich in einer Miniaturausstellung über die Veränderung der Küstenlinie informieren und die Wassersportschule „California“ bietet den aktiven Wasserratten vielfältige Angebote. Für Beachvolleyballer sind mehrere Netze aufgebaut, auf einer top ausgestatteten Minigolfanlage kann der Ball gekonnt ins Loch geputtet werden und auch für Fans der Freikörperkultur gibt es einen ausgewiesenen Strandabschnitt.

Wandert man nun am kalifornischen Strand auf dem Deichweg gen Süden, gelangt man zum benachbarten, ca. 2 km langen Strandabschnitt des Ortsteils Brasilien – sogar ohne lästige Grenzkontrolle. Im Gegensatz zum südamerikanischen Pedant findet sich hier äußerst wenig Bebauung und die Einwohnerzahl liegt eher im niedrigen zweistelligen Bereich. Direkt hinter dem Deich befindet sich ebenso wie in Kalifornien ein ruhig gelegener Campingplatz. Das ­Wasser der Ostsee trifft hier sehr flach und seicht auf die Küste und bietet somit vor allem auch Familien mit Kindern verhältnismäßig ungefährliche Wasserfreuden. Sogar zum Steigenlassen für selbstgebastelte Drachen bei einer frischen Brise gibt es eigene ausgewiesene Plätze. Surfen, Segeln, Wellenreiten, Kitesurfen und Stand-up-Paddeln können in der Sportschule „Wassersport Brasilien“ erlernt werden. Auch für die vierbeinigen Freunde des Menschen gibt es genug Auslauf am Hundestrand. Im Sommer steigen am Strand der schleswig-holsteinischen Copacabana die „Brasilianischen Nächte“ mit Tanz zu Live-Musik und kulinarischen Genüssen.

Wenn Sie also Urlaub und Erholung in einer eher ruhigeren, beschaulichen Atmosphäre lieben, dann sind Sie in Kalifornien und Brasilien gut aufgehoben – ob auf dem Campingplatz, in der eigenen Ferienimmobilie oder bei einem Tagesausflug.

Eine kleine Anmerkung noch – die bis weit über die schleswig-holsteinischen Grenzen beachteten, aber auch häufig entwendeten Ortsschilder sind keine Souvenirs, dafür jedoch umso mehr beeindruckende Urlaubsmotive als Beweis für den Aufenthalt an einem außergewöhnlich schönen Urlaubsort.


www.schoenberg.de

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Schwerin glänzt als Kulturperle mit schönster Naturkulisse

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Schwerin glänzt als Kulturperle mit schönster Naturkulisse

Schloss Schwerin thront auf einer eigenen Insel inmitten der üppigen Seen- und Parklandschaft
Foto: ©Marieke Sobiech

Auch wenn Schwerin mit knapp 100.000 Bürgern nicht unbedingt reich an Einwohnern ist, so ist sie es auf jeden Fall im Hinblick auf ihre bemerkenswerte Architektur und die wertvollen Kulturkostbarkeiten. Noch dazu liegt sie ganz charmant inmitten einer malerischen Seen- und Parklandschaft. Von überall gelangt man auf kurzem Weg an idyllische und zugleich faszinierende Orte, bezaubernde Seen oder romantische Gärten. Und über allem thront königlich das Wahrzeichen der Stadt: Das Schloss, das auf einer eigenen, der Altstadt vorgelagerten Insel liegt. Mit seinen goldenen Türmchen scheint es einem Märchen entsprungen und gehört zu den schönsten und bedeutendsten Schöpfungen des romantischen Historismus in Europa. Jahrhundertelang Sitz mecklenburgischer Großherzöge beherbergt es heute den Landtag von Mecklenburg-Vorpommern und das öffentlich zugängliche prunkvolle Schlossmuseum.

In der malerischen Altstadt findet man verwinkelte Kopfsteinpflastergassen, Kunsthandwerkerlädchen, exklusive Boutiquen und stilvolle Cafés mit einladenden Sommerterrassen. Prachtvoll verzierte Hausgiebel, imposante Palais und repräsentative Regierungsgebäude erinnern an herrschaftliche Zeiten. Durch die jahrhundertelange exponierte Stellung der Stadt häuften sich wahre Kulturschätze an. So beeindrucken die Museen und Galerien Schwerins heute mit bemerkenswerten Zeitzeugen der Geschichte, berühmten Gemälden, altertümlichen Sammlungen und zeitgenössischer Kunst. Das Staatliche Museum mit seiner weltweit einzigartigen Ausstellung niederländischer Malerei sowie Werken von Duchamp, Gainsborough, Caspar David Friedrich und der Ernst-Barlach-Schau nimmt einen besonderen Rang ein. Im Juli 2016 wurde der neue Anbau der Galerie Alte und Neue Meister Schwerin eröffnet. Neuer Raum für die Präsentation der Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts ist entstanden unter anderem mit Werken des in Mecklenburg geborenen Welt-Künstlers Günther Uecker.

Aber auch das Mecklenburgische Staatstheater, ein Fünf-Sparten-Haus, zählt zu den bundesweit bedeutenden Kultureinrichtungen. Kein Wunder, liegen hier doch die Wurzeln der Schauspielkunst. Im Jahr 1754 gründete Conrad Ekhof in Schwerin die erste deutsche Schauspielakademie. Mit ihrer 400-jährigen Geschichte gilt die ebenfalls in Schwerin beheimatete Mecklenburgische Staatskapelle als eines der ältesten Orchester Deutschlands. Mit den sommerlichen Schlossfestspielen wird alljährlich das Theaterjahr gekrönt – ein fünfwöchiges Open-Air-Spektakel vor der atemberaubenden Kulisse des Schlossensembles. 

Aktive Erholung in einer faszinierenden Wasserlandschaft

Auch Naturfreunde sind begeistert, wenn sie hören, was Schwerin alles zu bieten hat. Denn sieben Seen prägen die Stadt, darunter der Schweriner See. Als drittgrößtes Binnengewässer Deutschlands genießt er seinen Ruf als erstklassiges Segelrevier, bietet aber auch für Ruder- und Motorbootfans, Kanuten, Surf- und Tauchfreunde ideale Bedingungen für großartige Wasseraktivitäten. Die zahlreichen Badestellen mit hervorragender Wasserqualität versprechen ebenfalls großes Vergnügen im blauen Nass. Wer es bequemer möchte, genießt die glitzernde Seenlandschaft bei Kaffee und Kuchen an Bord eines der Fahrgastschiffe der Weissen Flotte.

Ganz entspannt den Naturmelodien lauschen, aktiv unterwegs sein oder sich von Kulturgenüssen verzaubern lassen. Schwerin überzeugt mit einer unglaublichen Vielfalt und eben der ganz besonderen Mischung aus Naturerleben und Kulturgenüssen. Mit dem Boot zum Theater? – Kein Problem. Auf dem Drahtesel ins Freilichtmuseum? Sehr empfehlens­wert. Ein Picknick im Grünen und das Märchenschloss als Kulisse? – Nichts leichter als das. Wer auf diesen wunderbaren Mix steht, wird von der reizenden Schlossstadt Schwerin fasziniert sein.

Wohnen am Wasser, zentral in der Innenstadt und mit Naturraum

Wasser ist in der Landeshauptstadt Schwerin das allgegenwärtige Element. Mehr als ein Viertel der Stadtfläche ist vom Blau gekennzeichnet. Fast alles ist fußläufig zu erreichen – längere Wege hat nur, wer neugierig den vielfältigen Silhouetten folgt. Doch Schwerin hat mehr als schöne Postkartenmotive zu bieten: Die Stadt ist in Bewegung. Neues entsteht neben Historischem, urbane Flächen warten auf ihre Entwickler. 

„Nicht selten mit Seeblick.“ Diese Worte beschreiben kurz und treffend das wesentliche Merkmal des Schweriner Immobilienangebotes. Sehr beliebt sind die Angebote in der Innenstadt und am Wasser. Und die Nachfrage steigt stetig. Daher wird die Landeshauptstadt Schwerin in den kommenden Jahren weitere Flächen für den Wohnungsmarkt ausweisen – derzeit entstehen neue Wohnquartiere am Ziegelsee, am Lankower See und im Bereich der ehemaligen Waisengärten am Schweriner See.

Die Gestaltung Schwerins als Lebensraum für alle Generationen steht bei der Planung im Mittelpunkt. Vieles wird in Schwerin bereits für Familien getan: Es gibt ein attraktives Kinderbetreuungsangebot, das von der Kinderkrippe bis zur Hortbetreuung reicht. Zwei 24-Stunden-Kitas wurden bereits eröffnet und werden gut angenommen.

Schwerin bietet Wohnraum in einem Umfeld mit genügend Spiel- und Freiräumen für Kinder und Jugendliche, Nachbarschaften, die sich füreinander verantwortlich fühlen, und natürlich ein vielseitiges Freizeit- und Kulturangebot.

Am Schweriner See gehören Wassersportarten ganz selbstverständlich zum Leben dazu. Schwerin bietet vielen Gebieten Möglichkeiten für sportliche Herausforderungen, aber auch genug Raum für Entspannung und Erholung. Spazier- und Wanderwege führen oft ganz nah am Wasser entlang, der Zoo und der Kletterwald sind ein kleines Abenteuer für die ganze Familie.

Mittendrin gelegen, mit Raum für Ideen

Durch die Nähe zur Hansestadt Hamburg und zur Ostseeregion mit den Seehäfen Wismar und Rostock sowie zur Bundeshauptstadt Berlin hat Schwerin den Vorteil, verkehrstechnisch „mittendrin“ gelegen zu sein. Mit dem Auto ist man in etwa 40 Minuten an der Ostsee und knapp 80 Minuten in der nächsten Metropole.

Die Landeshauptstadt hält für die Erweiterung und Ansiedlung von Unternehmen in den Industrie- und Gewerbegebieten attraktive Flächen in verschiedenen Größenordnungen bereit. Die freien Gewerbeflächen in den Industrie- und Gewerbegebieten sind voll erschlossen. Mit dem bereits bestehenden Baurecht können Bauanträge sofort gestellt werden. Die Gewerbebaulandpreise halten sich auf niedrigem Niveau, da sich dieser Teilmarkt zu einem reinen Käufermarkt entwickelt hat.

Die Landeshauptstadt Schwerin setzt auf Entdecker, die alle Standortvorteile einer Stadt suchen und noch viel mehr finden. Ein außergewöhnliches Tourismusziel, umgeben von Wald und Seenlandschaften, ein reizvoller Lebensmittelpunkt, geprägt von einer einzigartigen Kunst- und Kulturszene. Ein regionales Wirtschaftszentrum mit Menschen, die engagiert und begeistert gemeinsame Wege gehen. Schwerin bietet Raum für Ideen.

Text: Stadtmarketing Gesellschaft Schwerin mbH/Landeshauptstadt Schwerin

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Der Zuzug vieler Menschen in die Städte – wie er in den vergangenen Jahren stattgefunden hat – hat sich bereits abgeschwächt. Der Wohnraummangel und die hohe Nachfrage in den Stadtzentren hat dazu geführt, dass die Speckgürtel der Städte in den Fokus der Wohnungssuchenden gerückt sind. Doch auch Dank der Digitalisierung ist inzwischen das weitere Umland gefragt. Denn Arztbesuche, Einkäufe und Arbeit können auch online von Zuhause erledigt werden.

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Kiel – die facettenreiche Landeshauptstadt Schleswig-Holsteins

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Kiel – die facettenreiche Landeshauptstadt Schleswig-Holsteins

Fragt man die Menschen, seien es nun Einheimische oder Touristen, was sie mit der Landeshauptstadt Kiel verbinden, so hört man vor allem die Begriffe Förde, Kreuzfahrt und Segeln – die Sailing City eben. Kiel hat jedoch nicht nur maritimen Flair zu bieten, sondern noch vieles mehr an Sehenswürdigkeiten, welche wir Ihnen gern vorstellen möchten.

Stadtkern

Wenn man durch die Innenstadt auf Deutschlands zweitältesten Einkaufsmeile, der Holstenstraße, mit ihren vielen Geschäften, Restaurants und Cafés flaniert, sind schnell die weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannten points of interest erreicht: Das Kieler Schloss nahe der Hafenpromenade Kiellinie, der von innen zu besteigende, stolze 107 m hoch ragende Kieler Rathausturm, die 1242 als gotischer Hallenbau errichtete Nicolaikirche, der unter Denkmalschutz stehende backsteinrote Jugenstilbau des Opernhauses, der Hiroshima-Park am Kleinen Kiel bis hin zu einem der imposantesten Bauwerke der Stadt, dem Hörn Campus, in dem die maritimen Elemente Wind und Wasser in Form eines Glassegels dargestellt werden.

Kunst und Kultur

Auch Kunst und Kultur werden in der Landeshauptstadt gelebt. Die Kunsthalle lädt zu wechselnden Ausstellungen ein, die Niederdeutsche Bühne hält die plattdeutsche Sprache hoch und die Gegenwartskunst findet ihren Platz in der Stadtgalerie. Im Computermuseum kann man in die Entstehung der digitalen Welt eintauchen und das Freilichtmuseum Molfsee ermöglicht einen Gang durch das Leben und Arbeiten in den vergangenen Jahrhunderten in Schleswig-Holstein.

Historisches

Auch ein paar stille Zeitzeugen der Kriege kann man in und um Kiel erkunden. Das Marine-Ehrenmal in Laboe ist eines davon. Dieses Denkmal für eine friedliche Seefahrt auf freien Meeren mahnt an das Gedenken von 35.000 auf See gefallene Soldaten der ­Kaiserlichen Flotte während des ersten Weltkrieges. Nicht weit entfernt befindet sich das U-Boot auf dem Strand, welches im zweiten Weltkrieg in den Dienst gestellt wurde. Hier kann man sich höchstpersönlich von der klaustrophobischen Enge überzeugen, in der die Soldaten monatelang in den Tiefen des Nordmeeres leben mussten.

Ein weiteres Mahnmal des 3. Reiches ist der Flandernbunker, ein ehemaliger Marine-Hochbunker am Tirpitzhafen. Diese Kriegsruine zeigt einmal mehr den Wahnsinn der damaligen Zeit und dient nun als Begegnungs- sowie Bildungsstätte und Museum. Und es gibt viele kleine Mahnmale, die bei hastigem Schritt schnell mal übersehen werden – die Stolpersteine. Der aufmerksame Spaziergänger entdeckt auch in Kiel vor seinen Füßen die quadratischen, in den Bürgersteig eingelassenen Messingwürfel, die an das Schicksal­ der durch die Nationalsozialisten deportierten, vertriebenen und ermordeten Menschen erinnern sollen.

Erlebnis und Natur

Wer die Natur liebt, der taucht ein in den Alten Botanischen Garten mit seinem beeindruckenden Baumbestand, den wunderbaren Sträuchern und der Ruhe, die man dort finden kann. Wer nicht so gern in offene Gewässer springt, für den ist das Aquarium eine trockene Alternative, um die Unterwasserwelt der Ostsee-Bewohner hautnah bestaunen zu können. Und wenn man den Tag bei einem gemütlichen Grillabend ausklingen lassen möchte, dann pilgert man zum Schrevenpark und erholt sich vom sightseeing.

Genießen

Wollen Sie sich lieber, anstatt am heißen Grill zu stehen, rundherum verwöhnen lassen, dann kehren Sie ein in die vielen kleinen Cafés und Restaurants der Fördestadt, z. B. bei MUM & DAD, im Künstlertreff Café Godot, im mmhio, im Charmissimo oder Sie genießen den tollen Ausblick über die Förde im Restaurant Längengrad hoch oben auf Deck 4 des Schwedenkais und beobachten die Fähren und Kreuzfahrtschiffe beim Ein- und Auslaufen.

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Denkmalschutz und Immobilienbesitz

Eigentümer denkmalgeschützter Immobilien genießen einige Steuervergünstigungen. Wenn solche Gebäude vermietet werden, kann der Eigentümer sowohl die Anschaffungskosten als auch Modernisierungsmaßnahmen steuerlich geltend machen. Bei Immobilien, die vor 1925 gebaut wurden, können über die Dauer von 40 Jahren …

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Nachweistätigkeit des Verkäufermaklers

Weist der Verkäufermakler seinem Kunden einen Kaufinteressenten nach und kommt der Hauptvertrag mit einem Dritten zustande, entsteht kein Provisionsanspruch gegen den Verkäufer, auch wenn zwischen dem Erwerber und dem nachgewiesenen Kaufinteressenten eine feste, auf Dauer angelegte gesellschaftsrechtliche Bindung besteht. BGH, Urteil vom 21.11.2018 – I ZR 10/18

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Wohnraummietrecht

Im Falle einer dem Mieter unrenoviert oder renovierungsbedürftig überlassenen Wohnung hält die formularvertragliche Überwälzung der nach der gesetzlichen Regelung den Vermieter treffenden Verpflichtung zur Vornahme laufender Schönheitsreparaturen der Inhaltskontrolle am Maßstab des BGB nicht stand, sofern der Vermieter dem Mieter keinen angemessenen Ausgleich gewährt, der ihn so stellt, als habe der Vermieter ihm eine renovierte Wohnung überlassen.

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Keine fiktiven Schadenskosten mehr im Werkvertragsrecht

Fast unbemerkt von der Öffentlichkeit veränderte der Bundesgerichtshof zuletzt die Baubranche. Seit dem Urteil vom 22.02.2018 ist Schluss mit der Geltendmachung sogenannter fiktiven Mängelbeseitigungskosten in einem Baurechtsprozess. Konnte der Auftraggeber in der Vergangenheit aufgrund der jahrzehntelangen Rechtsprechung noch ohne Durchführung der Mangelbeseitigungsarbeiten die fiktiven Kosten der Mangelbeseitigung geltend machen, ist diese Möglichkeit nunmehr für alle Bauverträge, die ab dem 1. Januar 2002 geschlossen wurden beendet.

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Herausgabe von Eigentümerlisten

Ein Wohnungseigentümer hat keinen Anspruch auf Herausgabe einer Liste mit den E-Mail-Adressen der übrigen Mitglieder der Wohnungseigentümergemeinschaft gegenüber der Verwaltung. Zwar ist der Verwalter gegenüber den Wohnungseigentümern und dem Verband gehalten, eine „Eigentümerliste“ – mit Namen und Anschrift – zu führen und ggf. zu übergeben, hierunter fallen jedoch keine E-Mail-Adressen.

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Umzug ins Heim

Manchmal muss der Umzug in ein Pflegeheim aus gesundheitlichen Gründen relativ schnell erfolgen. Doch selbst in solchen Fällen können Mieter nach Information des Infodienstes Recht und Steuern der LBS ihren Vertrag nicht fristlos kündigen.

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Entlang der schönen Nordseeküste – gibt es einiges zu entdecken

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Entlang der schönen Nordseeküste –
gibt es einiges zu entdecken

Haben Sie schon einmal die Orte an der Nordseeküste besucht? Wenn nicht, dann laden wir Sie zu einer kleinen Entdeckungsreise ein und wenn doch, dann erfahren Sie vielleicht noch das ein oder andere, das sie noch nicht wussten.

Wir beginnen unsere kleine Reise im südlichen Schleswig-Holstein an der Elbmündung, in deren Norden die Stadt Marne liegt. Wer durch die beschauliche kleine Stadt geht, begegnet der Elster mit der Hasenmaske aus einer alten Sage von Karl Viktor Müllenhof: Zu Zeiten der Dithmarscher Freiheit stand auf einem schönen Platz neben der Aubrücke bei Süderheistedt eine Linde, die im ganzen Land nur der Wunderbaum genannt wurde. Sie war höher als alle anderen Bäume und ihre Zweige standen kreuz und quer. Bis zur Einnahme des Landes hat sie jedes Mal gegrünt. Aber es war eine alte Verkündung, sobald die Freiheit verloren wäre, würde auch die Linde verdorren. Und genau das ist eingetroffen. Nistet allerdings eine Elster darauf und bringt fünf Junge zur Welt, wird der Baum wieder ausschlagen und von neuem Grün seine Freiheit bekommen. Dann bekam die Elster noch die Hasenmaske und somit war die Verbindung zum Karneval hergestellt.

Wenn Sie von hier aus mit dem Auto ca. 15 Minuten in nordwestlicher Richtung fahren, erreichen Sie Friedrichskoog. Wären Sie vor 150 Jahren mit der Pferdekutsche hingefahren, hätten Sie hier beim Aussteigen noch nasse Füße bekommen. Vor Hunderten von Jahren begannen die Dithmarscher, lange Deiche anzulegen, vor denen die sogenannten Köge entstanden. Bis heute haben die Küstenbewohner so dem Meer 7.000 Meter Land abgerungen. Wenn man bei einem ausgedehnten Spaziergang einmal genauer hinschaut, kann man noch heute die Wellen des Meeres auf dem Land erkennen.

Ca. 40 km weiter nördlich findet man Sommer, Sonne, Strand und Meer genau dort, wo das Meer den Himmel küsst, Fisch und Krabbe dem Seehund „Moin Moin“ sagen, die Nordsee zum Baden und das Wattwandern im UNESCO-Weltnaturerbe einlädt, in dem wunderschönen Urlaubsort Büsum. Biusune, Büsen, Busen, Butzen – aus diesem Namen entwickelte sich der heutige Ortsname des idyllischen Nordsee-Heilbades. Büsum wurde 1140 das erste Mal urkundlich erwähnt und war damals noch eine Halbinsel vor der Küste Dithmarschens.

Reisen wir wieder knapp 40 km in nördlicher Richtung, erreichen wir Tönning – eine Stadt zum Verlieben. Im 16. Jahrhundert entstand der historische Marktbrunnen mit seiner reich verzierten Sandsteinumrandung und dem schmiedeeisernen Bogen. Noch vor ein paar Jahrzehnten diente er der Wasserversorgung, bevor er zum Springbrunnen umgestaltet wurde. Zwischen Hafen und Bahnhof findet man eine kunterbunte Anzahl von Geschäften als kleine Erlebniswelt aneinander gereiht, die weit entfernt sind vom konfektionierten Auftritt vieler anderer Innenstädte.

Wer es gern etwas luxuriöser mag, für den bietet sich weiter westlich St. Peter-Ording an. Der Ortsteil Ording macht mit seinem scheinbar endlosen Strand auf sich aufmerksam. Gerahmt von kleinen Cafés und Restaurants kann man die Ruhe erahnen, die hier von dem beliebten Kiefernwald ausgeht. Der große Spielplatz Ponderosa vor dem Deich steht bei Familien hoch im Kurs. Radwege und ein Tennisplatz hinter dem Deich sowie der Yachthafen für Strandsegler und Katamaranen vor dem Deich runden ein ausgedehntes Sportangebot ab.

Fährt man wieder östlich ins Binnenland, so erreicht man nach halbstündiger Fahrt Friedrichstadt, auch die Holländerstadt genannt. Staunend stehen hier alljährlich Tausende Besucher vor den prächtigen Treppengiebeln am Friedrichstädter Markt, bewundern vom Wasser aus die malerische Anlage und fragen sich, wie dieses Stück Holland in den Norden Deutschlands geraten ist. Friedrichstadt erhielt Ihren Namen durch den Herzog Friedrich III. Er versuchte, wirtschaftlich neue Wege zu gehen, um die herzoglichen Kassen zu füllen und ließ 1621 die Stadt von remonstrantischen Glaubensflüchtlingen aus Holland als Wirtschaftsstandort errichten. Im Gegenzug versicherte er den Siedlern viele Privilegien, darunter auch die Religionsfreiheit. So errichteten sie die Stadt in der idyllischen Bauweise ihrer Heimat und ist nach wie vor von dieser Bausubstanz gezeichnet. Eine besondere Sehenswürdigkeit ist heute noch die Remonstrantenkirche, die außerhalb der Niederlande die einzige ihrer Art ist.

Auf unserer Reise entlang der Nordseeküste erreichen wir nun die graue Stadt am Meer – Husum.­ Der Marktplatz und die anschließende Großstraße bilden den Kern des heutigen Husums. Hier in der „guten Stube“ der Stadt stehen das alte Rathaus, das alte Bürgerhaus und die klassizistische Marienkirche. Auf dem Marktplatz findet man auch das Geburtshaus des Dichters Theodor Storm (1817-1888), es ist das Haus 9. Die Bezeichnung „graue Stadt“ für Husum entstammt aus einem seiner Gedichte über seine Geburtsstadt. Googeln Sie doch einmal danach. Der bemerkenswerte Bau der Marienkirche (1827-1832) wurde nach den Plänen des dänischen Staatsbaumeisters Christian Frederik Hansen errichtet, dessen Eltern aus Husum stammten. Ebenso typisch wie die historischen Gebäude sind auch die „jüngeren“ Bauten aus der Zeit um 1900, wie etwa das Geschäftshaus 16 auf der Südseite der Großstraße, dessen Vorbild das Kaufhaus Wertheim in Berlin war oder die „kaiserliche“ Post schräg gegenüber.

Beenden wollen wir unsere Reise entlang der Nordseeküste in Niebüll, dem Tor zu den nordfriesischen Inseln und Halligen. Seit dem Bau der Eisenbahnstrecke im Jahre 1927 nach Westerland auf Sylt ist Niebüll der Verkehrsknotenpunkt dieser Region und bildet die touristische Drehscheibe im Nordwesten Schleswig-Holsteins. Neben vielen kulturellen und sportlichen Angeboten lohnt sich ein kleiner Ausflug Richtung dänische Grenze zur Noldestiftung in Seebüll, wo der umfangreiche Nachlass Emil und Adda Noldes im Sinne des Künstlers verwaltet, sein Werk der Nachwelt erhalten und in Sonderausstellung gezeigt wird.

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Alt-Treptow – Malerische Altbauten aus der Kaiserzeit kombiniert mit moderner Architektur

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Alt-Treptow – Malerische Altbauten aus der Kaiserzeit kombiniert mit moderner Architektur

Malerische Altbauten aus der Kaiserzeit, gemütliche Häuser aus den 1920er Jahren, herrschaftliche Stadtvillen und moderne Stadtbauten: Wer durch die Straßen Alt-Treptows flaniert, bekommt ein stilvolles und zugleich abwechslungsreiches Stadtbild zu sehen. Die Kombination aus beeindruckenden Altbauten und spannenden Neuentwicklungen zeichnet diesen Berliner Bezirk aus.

Die Treptowers, das weithin sichtbare Wahrzeichen des Bezirks zwischen Spree und Elsenbrücke, repräsentieren mit ihrer gläsernen Fassade die moderne Seite Treptows. Die 30 Meter hohe Skulptur „Molecule Man“ von Jonathan Borofsky, die direkt vor den Treptowers in der Spree in­stalliert wurde, symbolisiert mit ihren drei Teilen wiederum die Schnittstelle der Bezirke Friedrichshain, Kreuzberg und Treptow.

Während Alt-Treptow früher als Industriestandort bekannt war, leben heute Visionäre und Kreative in den denkmalgerecht sanierten Gebäuden und machen das Quartier bunt und außergewöhnlich: Die Hallen der ehemaligen Landmaschinenfabrik Gebrüder Beermann sind als Arena Berlin für Veranstaltungen bekannt und beliebt. Im Industriekomplex Lohmühlen-/Kiefholzstraße südlich der grünen Lohmühleninsel haben sich junge Firmen für Kommunikationsdesign angesiedelt.

Die sehr spezielle Mischung aus Altbauten – teilweise mit industrieller Prägung – und viel Wasser und Grün gibt Alt-Treptow sein Gesicht und lässt einen schnell vergessen, dass man sich noch immer inmitten Berlins befindet. Der Treptower Park ist die grüne Lunge des Bezirks und lädt zu Spaziergängen am Wasser und zum Erholen auf seinen Wiesen ein. Wer die Natur und Ruhe zu schätzen weiß, und doch gern zentral wohnt, wird Alt-Treptow lieben.

Inmitten dieser familiären, grünen und ruhigen Atmosphäre im Südosten der Berliner Innenstadt im Juwel des Bezirks in Alt-Treptow entsteht außerdem ein Wohnkomplex, der zeitgemäßes Wohnen neu definiert: die Bouchégärten. Die innovative Wohnanlage bietet Eigentumswohnungen mit individualisierbaren Grundrissen und viel Gestaltungsfreiraum, parkähnlichen Hofgärten und eine prägnante Fassaden-Architektur.

Neben der Natur und dem Park punktet Treptow mit weiteren Freizeitmöglichkeiten: Am Treptower Hafen starten zahlreiche Bootstouren durch die Stadt oder die Re­gion, während in den Räumlichkeiten der Arena Berlin unterschiedlichste Veranstaltungen wie Konzerte, Lesungen oder Yoga-Kurse stattfinden. Das Badeschiff, ein an der Spree gelegenes Schwimmbad, bietet in der Sommersaison ein unvergleichliches Badeerlebnis mitten in der Stadt. Auch das pulsierende Berliner Nachtleben ist nur einen Katzensprung entfernt: Die lebendigen Bezirke Kreuzberg, Friedrichshain sowie Neukölln mit beliebten Bars und Clubs befinden sich gleich um die Ecke.

Besonders attraktiv ist die Wohnlage für Familien: sechs Kindergärten, zwei Grundschulen, eine Privatschule und viele Spielplätze schaffen eine perfekte Infrastruktur für den Nachwuchs. Mit sechs Supermärkten und einem großen Bio-Supermarkt sind die täglichen Besorgungen problemlos und zeitsparend im Kiez zu erledigen. Die zahlreichen Restaurants und Cafés rund um die Karl-Kunger-Straße sorgen in nächster Nachbarschaft für ein kulinarisch vielseitiges Angebot und bieten beliebte Treffpunkte.

Die geplante Anbindung an die A 100 direkt am Treptower Park bietet einen hervorragenden Anschluss an den mittleren Straßenring und an die A 113. Sie führt zu einer wesentlichen Verbesserung der Erreichbarkeit des zukünftigen Flughafens BER sowie zu komfortablen Verbindungen nach Dresden, Cottbus oder Frankfurt/Oder.

(Quelle: www.bouchegaerten.de)

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Der Immobilienmarkt in Flensburg

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Der Immobilienmarkt in Flensburg

Ein Interview mit Dr. Peter Schroeders, Fachbereichsleiter der Stadt Flensburg für Entwicklung und Innovation.

Die WiREG (Wirtschaftsförderungs- und Regionalentwicklungsgesellschaft Flensburg/Schleswig mbH), blickt auf ein sehr erfolgreiches Wirtschaftsjahr 2015 zurück. 

54 neue Unternehmen haben sich in Flensburg angesiedelt und etwa 150 neue Arbeitsplätze wurden geschaffen. Ansässige Betriebe planen Vergrößerungen oder Ausbau Ihrer Unternehmen, wodurch ein weiterer Zuwachs an neuen Mitarbeitern und somit auch Neuzugang der Wohnungssuchenden in Flensburg entstehen wird. Wie macht sich der Zulauf in der Immobilienwirtschaft bemerkbar?

Dr. Peter Schroeders,
Fachbereichsleiter der Stadt Flensburg für Entwicklung
und Innovation, seit 1991 im Amt.

IMMOBILIENMARKT: Herr Dr. Schroeders, wie sieht derzeit der Wohnungsmarkt in Flensburg aus? Wie können Angebot und Nachfrage abgedeckt werden?

Dr. Schroeders: Wir merken seit etwa einem halben Jahr, dass der Markt angespannt ist. Wenn wir Projekte auf den Weg bringen, sind die Wohnungen innerhalb kürzester Zeit vermietet bzw. auch verkauft. Vor allem im hochpreisigen Segment, ist das wirklich sagenhaft. Das wirkt sich so aus, dass wir auch anlagesuchendes Kapital haben. Die Zinsen am Kapitalmarkt sind sehr niedrig und auch Kleinanleger suchen Anlagen, um ihr Geld zu platzieren. Das hat natürlich auch Nachteile, weil die Baupreise dadurch nach oben gehen. Wenn die Nachfrage steigt, gehen die Baupreise hoch und das führt dann wiederum dazu, dass wir an unsere Vermarktungsgrenzen stoßen. In dieser Thematik liegt, meiner Meinung nach, auch ein bisschen Überhitzung. In dem Moment wo die Zinsen wieder richtig steigen, ist das Erwachen meistens groß. Diese Wohnungen sind plötzlich völlig überteuert und bergen gewisse Risiken. Zwar ist es momentan nicht spürbar, weil wir sehr günstige Finanzierungskonditionen haben, dennoch sind wir froh, dass die großen Projekte soweit alle verkauft sind. Und ich hoffe, dass in 5 bis10 Jahren, wenn die Darlehen umgeschichtet werden, die Eigentümer das noch gut bewältigen.

IMMOBILIENMARKT: In welche Richtung bewegt sich der Trend der Wohnungssuchenden – klein aber fein oder doch eher groß mit viel Platz?

Dr. Schroeders: Der Trend geht zum mehrgeschossigen Haus in kleinen Einheiten bis maximal 200 Wohneinheiten an einem Ort. Das hängt ab von den Grundverhältnissen und vom Umfeld. Wir haben einige Projekte im Bau derzeit: Zum Beispiel das Projekt am Wasserturm in Flensburg, dieses Bauprojekt wird von vier Partnern getragen. Das ist zum einen der Selbsthilfe Bauverein, der dort auch Mietwohnungsbau anbietet; zum anderen ein örtlicher Projektentwickler: die Bauplan Nord; dann noch die Firma Höft als Bauunternehmen und die Kieler Wohnungsbaugenossenschaft WOGE, die sich zusammengeschlossen haben und dieses Projekt gemeinsam stemmen.

IMMOBILIENMARKT: Wenn Altes – Neuem weichen muss – Gibt es für 2016/2017 alte, historische Gebäude, die saniert werden oder die sogar neuen Projekten weichen müssen?

Dr. Schroeders: Wir haben da ein ganz interessantes Projekt mit dem Selbsthilfe Bauverein, das ist das Wohngebiet Fruerlund. Dort sind viele Häuser und Wohnungen abgebrochen worden, die in den 50er und 60er Jahren, mit bescheidenen Mitteln, aufgebaut wurden. Es waren durchaus stabile Mietverhältnisse darin, aber die äußeren Standards entsprachen den heutigen in keinster Weise mehr. Zum Teil waren Toiletten auf einem Treppenpodest und auch die Bausubstanz war problematisch.

Alles sehr schwierig, da hat sich der Selbsthilfe Bauverein entschieden, diese Siedlung abzureißen und neu aufzubauen. Das ist Stadterneuerung in einem positiven und radikalen Sinn. Eine Sanierung hatte hier keinen Zweck mehr, weil man die Grenzkosten mit einbeziehen muss, unter den Betrachtungen: Was nützt es, wenn ich in diese Wohnung noch investiere, aber die Deckenhöhe von 2,20 m bleibt und das einfach zu wenig ist? Das ist ein abgeschlossenes Projekt, wo Bund / Land und Stadt sich mit Städtebaufördermitteln beteiligt haben. Hier wurden u. a. der Stadtteilpark und bestimmte Erschließungsanlagen gefördert.

Ein weiteres Beispiel: Gegenüber der IHK Flensburg wurde eine alte Möbelhalle abgebrochen, die in Richtung Südstadt lag. Hier hat sich ein Investor gefunden, der 30 Wohnungen zur Vermietung im hochpreisigen Segment erstellt hat. Solche Projekte laufen einfach gut in Flensburg.

IMMOBILIENMARKT: Welche neu geplanten und aktuellen Bau-Projekte stehen im Fokus?

Dr. Schroeders: Sehr hochwertiger Wohnungsbau in einer gemischten Struktur – also Stadthäuser und Geschossbauten haben im Januar 2016 begonnen mit einer sehr schönen Lage. Dann haben wir die Alte Gärtnerei, wo wir auch ein neues Projekt starten – an der Straße nach Glücksburg raus. Da entsteht ein Projekt mit 190 Wohneinheiten. Ein weiteres größeres Bauprojekt haben wir jetzt gerade abgeschlossen, mit dem Flensburger Arbeiter Bauverein an der Kanzleistraße. Dort sind ca. 100 Wohnungen entstanden. Und so haben wir eine ganze Reihe von Projekten, die sehr erfolgreich sind.

Ein vielleicht noch ganz interessantes Projekt in der Nordstadt, im Schwarzenbachtal: Dort haben wir mit unserem Sanierungsträger Grundstücke zusammengekauft, sodass wir jetzt zusammenhängende Flächen besitzen und 300 bis 500 Wohneinheiten errichten können. Wir erproben hier über Qualitätswettbewerbe, unter den Beteiligungen von Investoren, Bauträgern und Architekten, in einem Zeitraum von 1 bis 2 Jahren 500 weitere Wohnungen zu entwickeln.

IMMOBILIENMARKT: Können Sie uns in Zahlen sagen, wie hoch der Leerstand von Wohnimmobilien in Flensburg derzeit ist?

Dr. Schroeders: Der tendiert im Moment gen Null. Es gibt einige Immobilien die nicht besetzt sind, diese stehen allerdings planmäßig leer. Wir haben so gut wie keinen Leerstand.

IMMOBILIENMARKT: Bedeutet das, wenn jemand hier in Flensburg einen Arbeitsplatz einnimmt, hat er es schwer, einen entsprechenden Wohnraum zu finden?

Dr. Schroeders: Es gibt immer noch eine Fluktuationsreserve; der eine zieht aus, der nächste zieht ein. Man spricht aber von einem ausgeglichenen Wohnungsmarkt, wenn der Leerstand nicht größer ist als 2 %. Aber es ist ja eigentlich gar kein Leerstand, sondern eine Fluktuationsreserve. Irgendwie muss ich ja auch umziehen können, damit ich meine Wohnung wiederum frei mache, damit ein anderer in meine Wohnung einziehen kann. Im Durchschnitt steht eine Wohnung maximal 4 Wochen leer bevor sie an den nächsten vermietet wird. In der Zwischenzeit wird diese entsprechend neu aufbereitet und somit gibt es keinen Leerstand in dem Sinne.

IMMOBILIENMARKT: Wie gehen die Flensburger mit dem starken Zustrom von Asylbewerbern um? Wie schlägt sich die Unterbringung der Flüchtlinge auf den Wohnungsmarkt in Flensburg aus? Und wie gestalten sich die anfänglichen Unterbringungsmöglichkeiten?

Dr. Schroeders: Asylbewerber, die bereits einen Asylantrag gestellt haben, werden in einigen dezentralen, kleinen Siedlungen untergebracht. Die, wie ich finde, recht attraktiv sind. Sie haben eine klare, räumliche Integration, mit einer sehr guten Infrastruktur. Kurze Wege zu Einkaufsmöglichkeiten, mit guten Anbindungen an Bus und Bahn. Allerdings ist das etwas, was temporär angelegt ist, da die Abwicklung der Asylanträge sehr viel Zeit in Anspruch nimmt.

Grundsätzlich verfügt Flensburg über eine sehr ausgeprägte Willkommenskultur. Andererseits haben wir auch gemerkt, dass die Integrationssysteme irgendwie an ihre Grenzen stoßen. Dennoch gibt es eine Grundbereitschaft unserer Wohnungsbauakteure, den Wohnungsbau anzukurbeln. Da wird nicht mehr unterschieden, zwischen Flüchtlingen und Nicht-Flüchtlingen. Wenn jemand den Status von anerkanntem Asyl hat, dann tritt derjenige genauso auf dem Wohnungsmarkt auf, wie jeder andere auch. Über Vermietungskonzepte muss man probieren, eine gute Hausgemeinschaft hinzubekommen. Aber auch bedenken, dass die großen Massen noch auf uns zukommen, denn die meisten warten immer noch darauf, dass ihre Asyl-Anträge anerkannt werden.

Langfristig werden folgende Hauptfaktoren eine wichtige Rolle in der Integration spielen: Arbeitsmarkt, Wohnungsmarkt und natürlich die Bildung.

Wohnungsinvestition schafft Arbeitsplätze, schafft Wertschöpfung usw. Das hängt auch vom ökonomischen Kreislauf ab, der durch Zuwanderung oft angekurbelt wird. Das wird leider oft verkannt. Von daher glaube ich, dass da immer noch große Chancen sind, auch für den regionalen Arbeitsmarkt. Man muss erreichen, dass diese Menschen an der Wertschöpfungskette in irgendeiner Form teilnehmen können, in der Zukunft vor allem durch Arbeit.

IMMOBILIENMARKT: Wie sehen Sie mittelfristig die Gesamtentwicklung von Wirtschaft und Immobilienwirtschaft in Flensburg?

Dr. Schroeders: Für eine mittelständige Stadt, wie Flensburg es mit 90 TSD Einwohnern ist, sehe ich die Entwicklung sehr positiv. Natürlich haben wir hier nicht so einen Boom wie in den Metropolstädten, wo ein wesentlich größerer Prozess von Wirtschaftsaktivitäten, Bauaktivitäten und Forschungen stattfindet. Flensburg ist eine Stadt, die trotz dem, dass sie ein wenig im Windschatten dieser Metropolen steht, durchaus eine eigene Perspektive hat. Diese wird sich auf einem mittleren Niveau konsolidieren. Das ist für Flensburg sehr gut, weil es positiv ist, wenn die Dinge nicht so schnell gehen, sondern ganz in Ruhe und stetig eine Entwicklung vollziehen können. Insoweit glaube ich, dass die Stadt Flensburg als solides Oberzentrum im deutsch/dänischen Raum, eine sehr gute Perspektive für werthaltige Immobilien haben wird. Das gilt sowohl für den gewerblichen Bereich als auch für den Wohnbereich – vielleicht sind nicht solche Renditen zu erwirtschaften, wie in den Metropolstädten, aber dafür gibt es eine solide Basis.

In den nächsten 5 Jahren brauchen wir etwa 6.000 Wohnungen in Flensburg. Wir versuchen das, mit all der uns zur Verfügung stehenden Kraft, zu ermöglichen. Dabei sind wir auf den Schulterschluss mit den Wohnungsbauinvestoren angewiesen. Immerhin haben wir es geschafft, dass sich aktuell ungefähr 1.000 Wohnungen im Bau befinden. Und wenn die Projekte, die wir jetzt gerade schmieden, im nächsten halben bis dreiviertel Jahr umgesetzt werden, sind es sogar 2.000 Wohnungen.

Was ganz eindeutig feststellbar ist, ist, dass wir einen Wechsel verzeichnen: Weg vom Einfamilienhaus und hin zur Wohnung im Geschossbau. 

Jetzt sind wir eindeutig in einer Phase, wo wir im Schwerpunkt auf verdichteten Geschosswohnungsbau abzielen. Rückblickend betrachtet, sind das seit den 60er und 70er Jahren immer Wellenbewegungen gewesen. Es gibt natürlich Diskussionen, damit nicht dieselben Fehler gemacht werden, wie in den 70er Jahren, z. B. mit den Großwohnanlagen. Deswegen setzen wir sehr stark auf kleinere, dezentrale Einheiten.

IMMOBILIENMARKT: Wie hoch ist der durchschnittliche Quadratmeterpreis in Flensburg?

Dr. Schroeders: Im sozialen Wohnungsbau beginnen wir mit 5,20 EUR je m2 und im freifinanzierten Bereich, wenn man auf Neubauwohnungen schaut, liegen wir bei 9 bis 10 EUR. Der Eigentumsmarkt ist relativ teuer, da die Nachfrage nach Eigentumswohnungen sehr hoch ist und da noch ein hohes Anlagebedürfnis vieler privater Anleger hintersteht, die ihre Erbschaften umsetzen möchten. Da gehen die Quadratmeterpreise hoch auf 2.500 bis 2.800 EUR und teilweise sogar über 3.000 EUR oder höher.

IMMOBILIENMARKT: Vielen Dank, Herr Dr. Schroeders, für das Interview.

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