Themen > Bauen & Wohnen

32 % der abgeschlossenen Kaufverträge liegen über dem Angebotspreis

Christian Sindt, Immobilienfachwirt (IHK) und Verkaufsleiter bei OTTO STÖBEN

„Wir erleben immer häufiger, dass die Verkäufer nicht nur von der hohen Nachfrage profitieren, sondern dass sich die Interessenten gegenseitig dann auch noch überbieten“, berichtet Christian Sindt, Immobilienfachwirt (IHK) und Verkaufsleiter bei OTTO STÖBEN. „Das führt dazu, dass die Notarverträge dann meist 10 % und mehr über den schon sehr hohen Angebotspreisen beurkundet werden.“


Kaufinteressenten sind häufig der irrigen Annahme, dass der Kaufpreis einer Immobilie in einer Annonce oder einem Exposé bindend ist und allenfalls nach unten verhandelt werden kann. Dem ist allerdings nicht so. Der angegebene Preis ist ein „Angebot“, das durchaus auch noch steigen kann. Ein rechtlich verbindlicher Kaufpreis kommt erst im Rahmen eines Kaufvertrages zwischen Käufer und Verkäufer zustande.

Zunächst einmal wird der gewünschte Kaufpreis vom Verkäufer der Immobilie festgesetzt und nicht, wie häufig vermutet, vom Immobilienmakler. Der Verkäufer kann sich hierbei z. B. auf ein Gutachten und/oder auf die Einschätzung des mit dem Verkauf beauftragten Immobilienmaklers stützen, der hier unersetzliche Erfahrungen im Bereich der Immobilienbewertung besitzt. Der Fachmann kann den Wert der Immobilie objektiv einschätzen, kennt den Markt und die regionalen Begebenheiten. Häufig spielen allerdings auch subjektive Gründe des Verkäufers für eine Kaufpreisfestsetzung eine Rolle.

„Für welchen Preis ein Käufer das von ihm gewünschte Objekt letztendlich erwerben kann, ist von unterschiedlichen Faktoren abhängig, die sich vor allem auch aus der Nachfrage bezüglich des Objektes ergeben“, so Christian Sindt. „Gibt es wie in der jetzigen Marktsituation viele Interessenten, steigt der Preis unweigerlich in die Höhe. Der Makler ist verpflichtet, jedes Angebot an den Verkäufer weiterzuleiten und so kann die Entscheidung beim Verkäufer manchmal auch sehr kurzfristig zugunsten eines anderen Interessenten ausfallen.“

Für Käufer ist es somit wichtig, dieses Szenario bei der Finanzierungsplanung zu berücksichtigen und gut vorbereitet zu sein. Um von vornherein in dieser Situation flexibel und schnell reagieren zu können, ist es bei der Baufinanzierung ratsam, Luft nach oben einzubauen oder einen absoluten Maximalbetrag für sich festzulegen, sonst scheitert der Wunsch von der Traumimmobilie an wenigen tausend Euro.

www.stoeben.de

Weitere Artikel zum Thema Bauen & Wohnen

Die Teilung von Immobilien – Wann es noch Vorteile bringt

Eine zu große Immobilie ist für viele Menschen im Alter oft eine Belastung. Zwar kann sie altersgerecht umgebaut werden, aber zu viel Platz hat man dann trotzdem noch. Eine mögliche Lösung hierfür ist die Teilung der Immo­bilie. So entsteht ein neuer, unabhängiger Wohnbereich für zum Beispiel Familienmitglieder oder Fremdmieter – in jedem Fall ein Nutzen für den ungenutzten Platz.

Mehr lesen »

Fünf gute Gründe für Wohneigentum

Wohnen in den eigenen vier Wänden – das ist für viele Menschen in Europa selbstverständlich. In Norwegen bewohnten 80 Prozent der Eigentümer ihre Wohnungen selbst. In Tschechien, Spanien und Italien lag der Anteil nur wenig darunter. In Deutschland dagegen liegt der Anteil selbstgenutzten Wohneigentums bei lediglich 45 Prozent. Dabei ergab eine SPIEGEL-Umfrage unlängst, dass 84 Prozent der Deutschen ein Eigenheim der Mietwohnung vorziehen. „Die Deutschen sehnen sich nach norwegischen Wohnverhältnissen. Doch viele zögern, den Wunsch in die Wirklichkeit umzusetzen. Dabei sind die Bedingungen für den Eigentumserwerb nach wie vor gut“, sagt Kerstin Huth, Vorsitzende des IVD-Regionalverbandes Berlin-Brandenburg.

Mehr lesen »

Stubenhocker statt Sonnenanbeter

Aufstehen, der erste Kaffee, ab ins Büro, mittags kurz ins Restaurant oder die Kantine, Training im Fitnessstudio, danach noch zum Supermarkt und dann auf die Couch. Dass in einem solchen Alltag der Aufenthalt im Freien zu kurz kommt, ist eigentlich kein Wunder.

Mehr lesen »
Scroll Up